Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 19. Dez 2018 16:24

Haribol und Om namah Shivaya.

"Es, gibt keinen Schöpfer, sondern wir sind alle Schöpfer." - zeigt doch ganz simpel das wir eben doch nach dem Abbild des Herrn geschaffen wurden.
Klar, man kann die Schriften, Propheten und Heiligen und ihre Worte ignorieren.
Man kann sagen, das es Außerhalb des "Universums" nichts gibt, und nur Samsara existiert.

Aber genau das bezeichnet ja eben den Satanismus.
Wie soll auch ein "wesen", nämlich das Ego erkennen was vor seiner Existenz war. Das ist auf diesem Wege gar nicht möglich, da es nichts als die Matrix kennt, und auch für nichts anderes "geschaffen" wurde.

Ob jemand an eine Existenz außerhalb des Universums glaubt, ist seine Sache, mir ging es nur darum aufzuzeigen, welche "Grenzen" der Satanismus hat, bzw worauf er hinausläuft... endlose Wiedergeburten, mal auf mal ab, aber immer unter der Kontrolle der Zeit.


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In diesem Sinne, Ehre der großen Zeit, die alles verschlingt und alle Wesen bindet.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Cpt Bucky Saia » 19. Dez 2018 16:30

izento hat geschrieben:
Bhairav-Das hat geschrieben:Als Fazit aus all dem ergibt sich, dass das rebellierende Ego seine Kraft daraus schöpft, sich selbst zu verherrlichen, da es weder die Liebe zur Schöpfung, noch die Liebe zum Schöpfer kennt.

Der Satz zeigt eigentlich schon, daß du nichts verstanden hast.

Da es keinen "Schöpfer" gibt, sondern ich mir meine Umwelt selber schöpfe, muß ich mich ja wohl am meisten lieben.
Und Satanisten mangelnde Liebe zur Natur vorzuwerfen ist ja wohl sowas von daneben ....
Schau dir lieber mal die ganzen Monotheisten, Hinduisten und Buddhisten an was die mit ihrer bzw. unserer Umwelt machen, die ja angeblich ihnen von ihrem Schöpfer gegeben wurde.

Ich bin zwar kein Satanist, aber das mußte mal gesagt werden :ruhe:

PS. Wenn "Gott" die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen hat, dann weißt du ja was für ein Armloch "er" ist.


Ich zitiere
Wie uns Bibel und Evolutionstheorie lehren muß Gott ein Affe sein. So schuf Gott den Mensch nach seinem Ebenbilde dieser jedoch evolvierte aus dem Affen daher muß Gott folgerichtig ebenfalls ein Affe sein.
:lol:

@ Bhairav-Das aber das ist doch genau der Punkt. Dem Satanist ist es in der Regel egal was nach dem ableben kommt. Daher hat er auch die Freiheit sich auf das hier und jetzt zu fokusieren ohne rücksicht nehmen zu müssen auf eventuelle wiedergeburten oder das kosmische Himmelreich.
Vor der Existenz, nach der Existenz alles egal was zählt ist das jetzt und das Jetzt so angenehm wie möglich für sich selbst und andere zu gestallten. Das schließt die Natur mit ein.
Anders gesagt. Lieber den Himmel auf Erden jetzt erschaffen als drauf zu hoffen das es nach dem ableben einen Himmel gibt.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 19. Dez 2018 17:17

Haribol und Om namah Shivaya.

"Lieber den Himmel auf Erden jetzt erschaffen als drauf zu hoffen das es nach dem ableben einen Himmel gibt."
...ein sehr schöner Satz. Wer jetzt aber glaubt, das würde den Satanismus von der Religion unterscheiden, der hat die Religion nicht wirklich verstanden.
Einer wahrer Gefolgsmann Jesu, wird sowohl versuchen den Himmel auf die Erde zu bringen, als auch auf ein Leben danach hinzuarbeiten. Wer beides voneinander trennt, egal ob Satanist oder Religiös, hat nicht in der tiefe verstanden worum es geht.

In diesem Sinne, führe oben und unten zusammen, und der Schleier der Dualität wird beginnen sich zu lichten. Jai Mahamaya ki Jai. Bhole Baba ki Jai.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Cpt Bucky Saia » 19. Dez 2018 18:45

Leider haben die meißten Jünger des Herrn den Satz "Macht euch die Welt untertan" etwas falsch verstanden. So gibt uns also die Bibel mal wieder so oft die gottgewollte legitimation Tiere zu schlachten und Wälder zu roden. Tja und nach der Sintflut versprach der liebe Herr sogar er würde sich nimmer mehr einmischen in das was wir mit seiner Schöpfung veranstallten.
Dann muß es halt sein Sohnemann richten.
Wer den Himmel auf Erden errichtet braucht sich um das Leben danch nicht zu sorgen. Der Einlass ist garantiert warum also einen müden Gedanken an etwas verschwenden was quasi garantiert ist. Zumal dank des Sohnemanns eh jeder Hinz und Kunz einlass erhält solange er nur in die Macht des Herrn vertraut. So kann ich also noch mehr Morden, plündern und vergewaltigen und alles im guten gewissen das meine Erlösung garantiert wurde. Zu begreifen gibts da nichts und die erwartung an das himmlische danach oder die wiedergeburt ist spekulativ und selbst wenn nicht ist ein Gedanke daran verschwendet wenn ich bereits jetzt schon nach der Harmonie mit der Natur strebe. So hat der beste Mensch freilich keinen Einlass in die himmlischen Sphären wenn er nicht an Gottes Wort glaubt.

P.S. Und warum sollte ich mir Sorgen machen um all das Leid und Verschmutzung der Erde. Global warming gibt es nicht es ist Gottes Wille. So der ausspruch eines guten Christen. Dann ist das Ende natürlich auch nahe (seit 2000 Jahren glaubt man das) und in diesem Sinne braucht man sich natürlich auch keine Gedanken um die nächste Generation machen.
Wo zieht man da die Grenze?
Auf ein Leben danach hinarbeiten? Dazu muß ich erstmal wissen was dazu erforderlich (um einlass zu erlangen) ist und da ist die Bibel als Quelle doch recht unzuverlässig bisweilen sogar fragwürdig.
Was bleibt ist meine eigene Fähigkeit zu erkennnen was das beste sein könnte und das unabhängig von all den Heilsbringern, Propheten und Göttern die mir weiß machen ich müßte dies und jenes richtig machen damit irgendeine übermächtige Wesenheit zufrieden mit mir ist.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 20. Dez 2018 02:44

Haribol und Om namah Shivaya.

Ich verstehe die Kritik und teile sie teilweise. Die Topic des Themas eignet sich hervorragend gewisse Missverständnisse auszuräumen.

Vorgeschichte

Maya, die göttliche Muter, war vereint mit Shiva.
Das heißt die Natur war mit dem Bewusstsein verbunden.
Maya, repräsentiert dabei alles was durch Sinne erfahrbar ist. Auch die Sinne selbst, den Geist, den Körper, die Welt usw... Sie wird zwar mit "Illusion" übersetzt, aber sie repräsentiert nicht die Illusion des Egos, diese darf man nicht verwechseln. Mayas "Illusion" ist die, die uns zB Lichtteilchen als Materie erscheinen lässt, oder die die Denkorgane, die Sinnesorgane, die ausführenden Organe usw zur Verfügung stellt.
Da Maya in Liebe Shiva hingegeben ist, und auch umgekehrt, könnte man zwar bei den beiden schon von einer Art Dualität sprechen, diese findet praktisch aber nicht statt, da man Shiva niemals von Shakti trennen kann. Sie bilden eine Einheit, was ich als Einheitsprinzip bezeichnen würde, worauf ich mich noch öfters beziehen werde.
Die Sogenannten reinen Seelen, sind Quasi automatisch mit aus dieser Vereinigung hervorgegangen, und sind somit auch nicht von Shiva und Shakti zu trennen, genauso wenig wie ihr Lebensraum.
Am Beispiel unseres materiellen Körpers zB kann man das sehr schön verdeutlichen. Sobald das Bewusstsein oder die Seele, nennt es wie ihr wollt, sich vom Körper trennt, wird dieser wieder zu Erde, Wasser usw. Der menschliche Körper ist also nicht wirklich von der Natur, also Erde, Wasser usw zu trennen... und doch existiert er eine Zeit lang als Scheinbar unabhängiges Wesen, also in gewisser Weise unabhängig von der Erde, auf der er läuft. Nicht zu vergessen das sie diesen Körper auch ernährt. Welt und Lebewesen waren also wie gesagt in einem Einheitsprinzip eingebettet und verbunden.

Luzifer der Lichtträger

An diesem Punkt, komme ich wieder zu Luzifer zurück.
Wir dürfen nicht vergessen das Luzifer das erstgeschaffene Lebewesen oder Bewohner dieser Welt war.
Sein Licht-Körper unterschied sich von denen Seiner jüngeren Geschwister dadurch, das er noch heller Leuchtete, da er das Wissen verkörperte.
Er sah die weniger Leuchtenden Wesen, und er kam zu dem Schluss, die Natürliche Ordnung beruhe darauf, das ein Nachfolgendes Prinzip immer dem vorausgehenden Prinzip folgen und dienen müsse.
Denn so hatte er die Welt bisher wahrgenommen, und durch sein Wissen erkannte er die Prinzipien, nach denen die Welt sich immer weiter entwickelte. Gleichzeitig sah er, das die Lebewesen immer unabhängiger wurden und den vorhergehenden Prinzipien nicht mehr direkt dienten.
Sie verehrten lediglich den Ursprung, und übergingen damit die Rechte der Götter, einen rechtmäßigen Anteil an jedem Opfer zu Bekommen.
Jetzt mussten die Götter also den "niedrigeren" Lebewesen dienen, ohne dafür ihr Rechtmäßiges Opfer zu bekommen.
Das war eine neue Erkenntnis, die ihm zu denken gab.
Dies war der Zeitpunkt, als das Ego-Prinzip aufzudämmern begann, was erst mal grundsätzlich neutral zu bewerten ist, da mit dem Entwickeln der Welt scheinbare Wiedersprüche auftraten. Wenn es also möglich war, das die Hierarchien auch von unten nach oben Kontrollierbar waren, dann sind alle Hierarchien scheinbar hinfällig, und es gilt nur das Recht der Stärke. Alle wären dann gleich, ob Menschen oder Götter, und die Hierarchie richtet sich nur nach der stärkeren Willensformulierung aus.
Ich weiß nicht, ob das bisher verständlich war, aber das sind Grundlegende Dinge, um den Ursprung oder das Prinzip zu verstehen, der dem Satanismus zugrunde liegt.

Wie Luzifer zu Prometheus wurde

Er suchte die anderen Lebewesen auf, um ihnen seine Erkenntnis zu vermitteln, wie es sich für den Lichtträger gehört.
Er sagte ihnen, das die Hierarchien innerhalb der Schöpfung hinfällig seien, und es deshalb auch keinen Sinn mehr mache, dem Ursprünglichem Prinzip zu dienen. Damit die ganze Schöpfung sich an diesen neuen Prinzipien in Zukunft Orientieren kann, forderte er die anderen Wesen auf, dieser logischen Schlussfolgerung zu folgen, die einer körperbezogenen Betrachtungsweise entsprungen war. Er hatte diese Prinzipien lediglich aus seinen Beobachtungen abgeleitet, dies war also jenseits von gut und böse.

Krieg im Himmel

Die anderen Götter jedoch wurden darauf aufmerksam. Ein drittel von ihnen konnte er von seiner Erkenntnis oder Schlussfolgerung überzeugen, das sie richtig sei.
Die anderen jedoch, begannen sich gegen diese Neuordnung zu wehren. Sie wollten weiter an ihren Ursprünglichen Aufgaben und der ursprünglichen Ordnung festhalten, auch wenn sie dafür nicht ausreichend von den Menschen verehrt werden würden.
Sie waren der Meinung, der Plan von der "Einheit in Vielheit" sei das höchste , auch wenn es auf der äußeren dualen Ebene scheinbare Widersprüche gibt, die auf der inneren Einheitlichen Ebene jedoch nicht zu finden waren.
Getreu dem Motto, eine Hierarchie von unten sei genauso möglich und im Einklang mit der Wahrheit, Zog Luzifer an der Spitze seiner inzwischen gewonnenen Armee in den Krieg gegen Michael und seine Armee.
Der Krieg dieser Armeen ist lediglich der Höepunkt, einer Heraufbeschwörung einer neuen Idee, die den Dualismus von außen nach innen, von unten nach oben, usw bringen möchte, und zur Basis einer Neuordnung des Universums machen will, in dem alle Lebewesen gleichwertig sind, und in dem die Kraft und der Wille die einzige Legitimation sind.
Als diese Armeen, einem Orgasmus gleich aufeinanderprallten, schufen sie etwas neues...
die "geistige Dualität", die Abspaltung. Sie folgten nun nicht mehr dem Selben Urprinzip, sondern eine 2. Kraft wurde manifestiert, Luzifer wurde aus dem Himmel geworfen, eine Welt suchend, die nach seiner Erkenntnis, nach seinem Prinzip der Kraft und des Willens neugeordnet werden könne. Diese neue Kraft, war nichts weiter als eine Idee, ein Fantasiegebilde sozusagen, die aber in der Lage war, weitere Verflechtungen zu weben.

Luzifer Morgenstern

Luzifer "verlor" damit auch seinen Lichtkörper in dem Sinne, das er nun einen "niederen" Körper in einem "niederen" Bereich hatte, der sterblich war, und ihn auch anderweitig einschränkte. Durch die Spaltung tat sich aber nun eine neue Welt der Möglichkeiten auf.
Die Wesen die ihm folgten, vergasen die Einheit alles Seins, und wurden so sterblich, da sie sich nun mit ihrem jeweiligen Körper identifizierten. Es war nun möglich Erfahrungen zu machen, die es vorher nicht gab. Dadurch das den Lebewesen nun aus verschiedenen Gründen Fehler unterliefen, machten sie die Erfahrung von Krankheit und Leid, von Wut, Verwirrung, Täuschung, Gier, Anhaftung usw, aber auch einer neuen Ästhetik und Schönheit und damit einhergehend einer neuen Art zu denken und der Wahrnehmung.
So wurde die ursprüngliche Ordnung immer weiter gestört, und geriet immer weiter in ein Ungleichgewicht. Eine ständige Atmosphäre des Kampfes und des Kräftemessens entstand, da die Lebewesen nun statt der Verbundenheit, nur ihre Andersartigkeit wahrnahmen.
So war das ursprünglich nicht von Luzifer geplant, aber einen Fehler konnte er dennoch nicht in seinen Handlungen feststellen, schließlich handelte er ja nur seiner Erkenntnis und Aufgabe gemäß, auch wenn das zur folge hatte das er und andere aus dem "Paradies" geworfen wurden und eine Welt voller Leid betraten oder erschufen oder die Welt von nun an zumindest so wahrnehmen mussten.

Wie Luzifer zu Satan wurde

Das Prinzip der Trennung oder Spaltung, das dich und mich praktisch zu 2 verschiedenen Personen macht, ist letztlich nur eine Wahrnehmung, die darauf beruht, das wir uns mit unseren Körpern (oder Geistkörpern) Identifizieren.
Während das Prinzip der Einheit uns stückchenweise dahin führt, unsere Verbundenheit zu erkennen, und uns als gleichzeitig eins und dennoch verkörpert wahrzunehmen, führt das Satanische Prinzip dazu, uns immer weiter aufzuspalten, um unser neu gewonnenes Abbild eines "Ich" noch detailierter definieren und ausleben zu können... was uns allerdings auch immer weiter von unserem Ursprung entfernt und immer tiefer in die Trennung und Verwirrung führt.
Dieses Satanische Prinzip, das konsequenterweise aus dem luziferischen hervorging, ist quasi die Frucht dieser ursprünglichen Rebellion.
Während Luzifer in seiner Reinheit für die Möglichkeiten der Erfahrungen, für die Möglichkeit eines neuen Ich Gefühls, für das Grenzenlose Suchen und Ausleben einer sich beliebig verändernden Persönlichkeit steht, steht Satan bereits für die Weiterführung dieses Prinzip bis ins extrem.
Je weiter dieses Prinzip entartet, um so mehr Wahrnehmungsmöglichkeiten tun sich auf, und um so größer wird die Abspaltung und das Leid, denn die Wahrnehmung oder das Bewusstsein wird gezwungen sich in immer kleinere "Räume" zu zwängen.
Im vergleich zur Verehrung von Luzifers Urprinzip, treiben Ausprägungen des Satan-Kultes es auf die Spitze, indem sie die Abspaltung dahingehend betreiben, zu versuchen ihr inneres Wesen, oder das innere Wesen anderer, vollkommen auszulöschen.

Zusammenfassung

Ich versuche Wertungsfrei die Dinge darzustellen, und ihre Natur zu ergründen. Es geht mir nicht darum, die Lehre Luzifers als etwas grundlegend schlechtes darzustellen, oder ihre Legitimität anzuzweifeln. Ich versuche nur herauszuarbeiten, wie der Satanismus entstand, welche Ideen ihm zugrunde liegen, und in welchem Rahmen er sich mit allen Konsequenzen bewegt.
Letztlich ist es der Satanist selbst, der Gott oder den Ursprung verleugnet, die "Schöpfung" von ihrem "Schöpfer" trennen möchte, und die Grundlagen des Satanismus zur einzigen Realität erheben möchte. Dies liegt ja dem Namen selbst schon zugrunde: Die Philosophie der Spaltung.

Dem Sucher der Einheit erscheint der Satanismus lediglich als Teilbereich des möglichen, der jedoch im Bereich oder der Welt des Samsara und der Täuschung anzusiedeln ist. In diesem Kontext sieht er den Satanismus als Legitime Kraft der Täuschung oder Spaltung, die ihren berechtigten Platz im Universum hat. Dadurch das er die Einheit in allen Dingen sucht, kann er den Satanismus wunderbar in sein Weltbild integrieren, und sich mit seiner Hilfe viele Dinge erklären.
Für den Satanisten selbst, stellt er jedoch die einzige Realität dar, wodurch er sich selbst beschränkt. Dies ist auf die Eigenschaften des Egos oder Ich-Gefühls zurückzuführen, das stets zwischen seiner Auslöschung und seiner Selbstfindung und Weiterentwicklung pendelt, und abwechslungsweise das eine als anziehend und das andere als abstoßend empfindet. Innerhalb dieser Dualität, versucht das Ich also sein Glück zu finden, das stets aber auch mit Leid verbunden ist.
Der Weg des Satanisten beinhaltet daher zum einen die Verhinderung der Wahrnehmung von Leid, und zum andern die Kultivierung des persönlichen Glücks.

Ob dieser duale Weg der Bejahung des einen, und der Ablehnung des anderen am ehesten der Natur der Dinge und der Wahrheit gerecht wird, oder der Weg der Einheit, der angenehmes und unangenehmes gleichermaßen integrieren möchte, muss der einzelne Selbst entscheiden.
Mir scheint es jedenfalls so vor zu kommen, das der Satanismus nur in einer Umgebung existieren kann, die bestimmte Bereiche ausblendet, und andere überbewertet.

So ist es auch nicht verwunderlich, das die Grundlagen und Ideen des Satanismus inzwischen zur Basis einer Gesellschaft wurden, die sich immer mehr von ihren Menschlichen Wurzeln entfernt und sich in immer entarteterer weise fortentwickelt, auch wenn das den Menschen nicht direkt bewusst ist.

Fazit

Da das Prinzip des Luzifer versucht göttliche Gesetzmäßigkeiten zu spiegeln und dadurch in einer neuen schöpferischen Form ausdruck zu verleihen, besteht die Lehre oder das Wissen des Luzifer also aus 2 Richtungen. Wie bei einem Spiegel, wo das Spiegelbild auf der einen Seite versucht den Betrachter zu kopieren oder nachzuempfinden, andererseits sich von ihm zu entfernen, und etwas eigenständiges oder zweites darzustellen.

Die "Gott" (im Sinne eines Allumfassenden Bewusstseins) abgekehrte Richtung, bewegt sich immer tiefer Richtung Aufspaltung, Zerteilung, Zersetzung, Verleugnung und Suche nach eigenständiger Identität in der Verneinung. Die Philosophie die dieser Richtung entstammt, führt immer tiefer in die dunkelsten Winkel der Matrix, und aufgrund der Eigenschaften der Dunkelheit immer tiefer in die Verwirrung und daraus folgend immer tiefer ins Leid.

Die "Gott zugewande" Richtung versucht sich dadurch zu definieren, was Gott nicht ist, bzw wie die göttlichen Prinzipien in einen Bereich zu übertragen sind, in dem "Gott", also das "höchste allumfassende Bewusstsein", nicht existieren kann .
Dadurch das sie das aber tut, ist sie stets mit dem göttlichen verbunden, wenn auch auf eine verzerrte, abstrakte und indirekte art, wie eine Künstliche Intelligenz, die versucht, sich am Menschen der sie geschaffen hat zu orientieren.
Diese Philosophie führt hin zu einer Verzerrten Einheit und Harmonie, die aber auf der reinsten Ebene des Egos oder individuellen "Ich-Empfindens" seine Grenzen findet.

An dem Punkt wird es aber spannend, denn damit sind wir wieder am Beginn, wo der erste Impuls in Luzifer aufstieg, der ihn zur Rebellion trieb.
In diesem Zusammenhang möchte ich kurz 2 Geschichten der Indischen Puranas erwähnen.
In beiden geht es um Dämonen, die so mächtig wurden, das sie das ihnen höchstmöglichste erreichten, sie unterwarfen sogar die Götter und beherrschten die Welten.
Vishnu erschien dem ersten Dämon, der für seine Wahrhaftigkeit bekannt war, die er übrigens auch für die Aufrechterhaltung seiner Kräfte benötigte, in einer Verkleidung.
Er bat den Dämon um soviel Land, wie er mit 3 Schritten abmessen konnte. Als Vishnu den Wunsch gewährt bekam, vergrößerte er sich und durchschritt mit 2 Schritten alle Welten, und fragte wohin er den nächsten setzen solle. Der Dämon erkannte das er reingelegt worden war, und erkannte die Macht der höchsten unbegreiflichen Wahrheit. Er bot seinen Kopf als Platz für den 3. Schritt, da er sonst seinen Wunsch nicht hätte erfüllen können, ergab sich Vishnu und wurde Augenblicklich befreit.
Vishnu erschien in einer anderen Geschichte dem 2. Dämon, und verwickelte ihn in einen Kampf, da das am ehesten dem wesen des Dämons entsprach. Dieser begegnete Vishnu mit Zorn und dem Versuch ihn im Kampf zu töten. Der Dämon wurde nach einem langen Kampf getötet, und wurde auch Augenblicklich befreit.

Diese 2 Geschichten sollten kurz darstellen, was passieren kann wenn das Ego in all seiner Kraft und Macht dem höchsten allumfassenden Bewusstsein "gegenübertritt"... Es löst sich ihn ihm auf, und seine Bestandteile verbinden sich wieder mit ihrem jeweiligem Ursprung.
So ist der Weg des Luzifer am Ende auch ein Weg, der über lauter Paradoxe doch nicht imstande ist, etwas zu erschaffen, das zu 100% losgelöst von seiner Quelle existieren könnte, selbst wenn es noch so gut verschleiert und verschachtelt ist.
Die Lebewesen befinden sich also ständig in einer auf- oder abwärts Bewegung, und jede "Seite" wirkt dabei wie ein Magnet, entsprang einer Ursache und hat daher auch seine Berechtigung.

In diesem Sinne, Alle Ehre dem träger des Lichtes, der nicht zwischen gut und böse unterscheidet, Alle Ehre der Göttlichen Mutter, die unzählige Möglichkeiten bereit hält und alle Lebewesen ernährt, Alle Ehre sei dem Unendlichen Vater, der alle Widersprüche in sich vereint und dessen Wesen reine Liebe ist. Jai Mahakali.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Cpt Bucky Saia » 20. Dez 2018 05:51

Schöne Mythologie aber genau das ist der Knackpunkt. Es handelt sich (zumindest aus der sicht der meißten Satanisten) um eine religiös geprägte Mythologie die letztendlich nur wieder dazu dient sich untger das Gesetz einer höheren Wesenheit zu stellen auch wenn dieses Gesetz Einheit ist.
Dabei scheint es mir doch eher so das die meißten Satanisten solcherlei Mythologien eher ablehnen bzw in ihnen das sehen was sie sind nämlich Mythen die keiner realen Grundlage entsprechen.
Man wird geboren, man lebt, man stirbt. Davor ist nichts und danach auch nichts und das dazwischen gilt es zu erfüllen mit was auch immer.
Der Versuch den Satanismus mit einer religiösen Mythologie zu erklären hat ein bischen davon die Evolutionsbiologie mit der Schöpfung erklären zu wollen. Kann man machen, mag auch funktionieren, entbehrt aber letztendlich jeglicher fundierter Grundlage. Und genau da setzen viele wieder an indem sie nämlich nach den Prinzipien handeln die sie für richtig halten und nicht nach denen die ihnen ein spekulativer Mystizismus vermitteln möchte.
Dabei ist dieser Mystizismus m.M. nicht als gegebene Tatsache sonder als Metapher zu verstehen die dem satanisten einen weg aufzeigt wie er sich aus dem Dogma der Religion befreien kann.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 20. Dez 2018 18:52

Haribol und Om namah Shivaya.

Mal fern von jeglichen Mythen und Berichten...
Wenn man sein Bewusstsein auf die Ebene der Einheit erhoben hat, existieren dort keine Regeln oder Gefolgschaft mehr. In diesem Bewustseinszustand ist alles in einer natürlichen und direkten weise miteinander verbunden. Regeln denen man sich bis dahin Unterwirft, dienen letztlich nur der Richtungsweisung und Stabilisierung des Weges.
All dies kann sich jeder auch durch logische Schlussfolgerungen herleiten.
Der Satanismus hingegen lebt davon, das er die Sinnhaftigkeit von Regeln und Unterwerfung anprangert, gleichzeitig unterwirft er sich dadurch aber einer Welt, die Voller Regeln und Unterwerfungen ist. Auf dieses Paradox habe ich bereits hingewiesen und es liegt in der Dualität begründet.
Das Prinzip des Satanismus, basiert darauf, das es aus 1 2 machte. Dadurch erschien erst der Eindruck, das Selbstbestimmung und Unterwerfung getrennt voneinander wären.
Es geht also Grundsätzlich weniger darum, was in irgendwelchen Schriften steht, als darum, welches Prinzip man für erstrebenswert hält, es zu erkennen und in sein Leben und Handeln zu Integrieren, mit allen jeweils entstehenden Konsequenzen.
Dies zu Entscheiden steht jedem frei, da ab diesen Punkt der freie Wille ins Spiel kommt.

Es geht mir nicht darum hier irgendwelche Werbung zu machen, sondern zu erläutern welches Prinzip dem Satanismus in seiner tiefe zugrunde liegt.
Viele mögen mit den Ideen des Satanismus sympathisieren, aber begreifen dabei nicht das es im Kern um einen Bewusstseinszustand geht. Um eine der Möglichkeiten wie man die Welt, und alles was darin enthalten ist, wahrnehmen möchte.
Dabei geht es jeweils nicht um etwas das in der Zukunft liegt, sondern in jedem Augenblick erfahren und entschieden werden kann.

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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Cpt Bucky Saia » 22. Dez 2018 13:00

Bhairav-Das hat geschrieben:Der Satanismus hingegen lebt davon, das er die Sinnhaftigkeit von Regeln und Unterwerfung anprangert, gleichzeitig unterwirft er sich dadurch aber einer Welt, die Voller Regeln und Unterwerfungen ist. Auf dieses Paradox habe ich bereits hingewiesen und es liegt in der Dualität begründet.


Macht wohl eher der Disdcordianismus. Und der wiederum lebt von der Verwirrung die dieses Paradox erzeugt. Im grunde sogar in dem Maß das man irgendwann dazu tendiert zu behaupten das alles egal ist weil es eh keine objektive Wahrheit gibt.

Bhairav-Das hat geschrieben:
Es geht also Grundsätzlich weniger darum, was in irgendwelchen Schriften steht, als darum, welches Prinzip man für erstrebenswert hält, es zu erkennen und in sein Leben und Handeln zu Integrieren, mit allen jeweils entstehenden Konsequenzen.
Dies zu Entscheiden steht jedem frei, da ab diesen Punkt der freie Wille ins Spiel kommt.

Es geht mir nicht darum hier irgendwelche Werbung zu machen, sondern zu erläutern welches Prinzip dem Satanismus in seiner tiefe zugrunde liegt.
Viele mögen mit den Ideen des Satanismus sympathisieren, aber begreifen dabei nicht das es im Kern um einen Bewusstseinszustand geht. Um eine der Möglichkeiten wie man die Welt, und alles was darin enthalten ist, wahrnehmen möchte.
Dabei geht es jeweils nicht um etwas das in der Zukunft liegt, sondern in jedem Augenblick erfahren und entschieden werden kann.

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Jetzt kommen wir der Sache näher.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 22. Dez 2018 15:33

Haribol und Om namah Shivaya.

Du kannst diese Prinzipien nennen wie du willst, Gott und Teufel, Singularität und Dualität usw, unabhängig davon, sind sie nun mal was sie sind.

Wenn man an dem Punkt ist, das Dogmen nur Dogmen sind, und wir erkennen, das alles egal ist, befinden wir uns wieder an der Ausgangsbasis, aus dem das "satanistische Denken" hervorging.
Aus diesem Hintergrund heraus, fragt sich das Lebewesen was ihm denn Wichtig ist, und beginnt einen Willen zu Formulieren. -Wie bereits festgestellt... ein Paradox und der Beginn eines "Ich Empfindens".
Irgendeine Kraft treibt uns also an, in der Egalität und Unendlichkeit der Möglichkeiten eben doch eine Bestimmte Richtung einzuschlagen. Dieser Drang zu Bewegung ergibt sich aus der Anziehungskraft der beiden "Pole".
Und trotz dieser unzähligen Möglichkeiten, die sich aus diesen beiden Polen ergibt, gibt es noch eine "dritte Kraft", die direkt im Zentrum liegt, wo die magnetische Kraft der Pole vollständig neutralisiert ist, und wo die "Energiedichte" in einem einzigem Punkt verankert, "unendlich hoch" und gleichzeitig Nichtexistent ist.

Es gibt also drei Grundrichtungen. Hin zu dem Plus-Pol, der das Extrem von Harmonie und Freude beinhaltet, oder hin zum Minus-Pol, der das Extrem von Chaos und Leid verkörpert oder hin zum Zentrum, wo beide Kräfte neutralisiert sind und der Gewissermaßen einen Ruhepol bildet.
Aus einer höeren Perspektive sind alle drei miteinander verbunden.

Das duale Prinzip des Bewusstseins, das in Luzifer seine Verkörperung findet, bringt Bewegung um der Bewegung willen hervor. Innerhalb dieses Prinzips, führt jede Handlung zu einer weiteren Handlung, und bindet uns dadurch, das sie aus unseren Handlungen eine Umgebung manifestiert, die uns die zugrundeliegende Symbolik unserer Handlungen
im außen widerspiegelt. Innen und Außen sind also wie die zwei Seiten einer Münze und gehören zusammen, bzw sind eins und erscheinen nur als getrennt.

Wenn das Lebewesen, das nach einer Gewissen "Zeit" lange genug zwischen den beiden Polen gependeldet ist, wird es automatisch beginnen, seine "auf und ab-Bewegungen" zu reduzieren, und sich immer mehr im Zentrum der beiden Seiten einzuschwingen, bis es irgendwann ganz zum Stillstand kommt und es wieder vom Zentrum absorbiert wird.

Das Luziferische Prinzip kann also dazu führen, sich zutiefst in der Welt zu verstricken und sich darin zu verlieren, oder es führt uns die Einheit der Polarität vor Augen, und kann uns wieder an den Rand des Zentrums zurückführen, von wo aus die Einheit und die Vielheit als gleichzeitig Wahrnehmbar erscheinen.
Es erschafft sozusagen die Widersprüche, und kann sie auch wieder auflösen.

Wer diese Mechanismen nicht erkennt, kann sich leicht von der tiefe der Luziferischen Lehre blenden lassen, und anstatt die Weisheit Luzifers zu erkennen, wird er sie in Unzählige "Räume" aufgespaltet wahrnehmen, und den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Verwirrt von dieser Philosophie/Wahrnehmung, kann der getäuschte weder das eine, noch das andere wirklich erkennen, und wird diese erhabene Lehre genau so Missbrauchen und vereinfachen, wie viele Christen die Bibel zB. Wie sagte Jesus noch über solche Anhänger: "...weder kalt noch heiß sind sie, deshalb werde ich sie wieder ausspeien.

Die Lehre des Luzifer, erschuf und definierte lediglich die Täuschung/Spaltung... jenseits von Gut und Böse. Welche Schlüsse man daraus ziehen sollte, definiert sie nicht und das ist auch nicht ihre Aufgabe. Diese Schlüsse muss jeder für sich ziehen, und das kann man nur dann ernsthaft tun, wenn man sich ernsthaft mit ihr beschäftigt.
Aus dieser Perspektive ist also weder Luzifer der Feind Gottes, noch umgekehrt, meine lieben Freunde.

In diesem Sinne, Jai Mahamaya ki Jai.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 22. Dez 2018 17:14

Haribol und Om namah Shivaya.

Hie noch ein interessanter Punkt, sozusagen der Höhepunkt und die Synthese meiner bisherigen Behauptungen.
Ich verwende wieder die Worte Gott und Luzifer, als Grundlegende Prinzipien und eines Symboles, von jeweils einem Bewusstsein in Einheit (Gott) und einem Bewusstsein in Trennung (Luzifer).

Durch Luzifer entstand ein neues Bewusstsein, das sich in Trennung von dem Rest der Schöpfung wahrnahm. Dieses Bewusstsein, dieses "Ich" erlebte sich Anfangs als Teil einer Schöpfung.
Durch das Spaltende Prinzip versuchte dieses Ich sich von dem Gedanken zu lösen, das es nur Teil einer Schöpfung sei.

Da jedes Lebewesen Grundsätzlich das gesamte Universum beinhaltet (Ja, obwohl es sich in ihm bewegt, befindet sich in jedem Individuum gleichzeitig die gesamte Schöpfung, mit allen Lebewesen und allem was existiert), beginnt es irgendwann zu versuchen sich von ihm, dh von der Schöpfung zu lösen, und sich als eigenständigen Schöpfer wahr zu nehmen und zu entwickeln.
Nicht das wir uns da falsch verstehen, diesen Apfel vom Baum der Erkenntnis, den uns Luzifer brachte, würde ich mit dem Beginn einer neuen Stufe einer revolutionären Evolution, begreifen wollen.
Die Vertreibung aus dem Paradies (,dem Einheitsbewusstsein) war eine notwendige Konsequenz, denn mit der Entstehung eines Eigenständigen "Ich´s" veränderte sich die Wahrnehmung und daraus Resultierend auch die umgebende Welt des Lebewesens.
Angekommen auf dieser "anderen Seite der Wahrnehmung", entstand der Wunsch im Lebewesen, selbst zum Schöpfer zu werden.
So begann das Ich zu Schöpfen, und es begann seine Schöpfungen zu erfahren, sie zu Lieben, zu Hassen, sie zu fürchten oder auch abzulehnen usw.
Irgendwann entsteht der Wunsch im Lebewesen selber zum höchsten Schöpfer zu werden, was auch durch Luzifer verkörpert wird, der sich ja bekanntlich über den Schöpfer erheben wollte.
Diesen Vorgang betrachte ich nicht nur als Wertungsfrei, sondern als Notwendigkeit im Evolutionären Prozess der Schöpfung.
An diesem Punkt also, beginnt das "Ich" konsequenterweise zu seinem höchstem und reinstem "Ich" zu finden bzw zu wachsen. Es beginnt, Wahrnehmungen die es als hinderlich und niederwertig empfindet, wie zB Angst, Anhaftung usw abzustreifen und zu transformieren, und sich zu einem "Ich" zu entwickeln, das über alles erhaben ist und alles Existierende unter seine Kontrolle stellt.
So wird es scheinbar zum Konkurrenten Gottes, da es das höchstmögliche finden und erreichen will.
Kommt das Lebewesen, das durch das Luziferische Prinzip geleitet wird, nach Unzähligen Leben und ständigen Verwerfungen und Verbesserungen nun letztendlich an dem Punkt an, wo es Gott (also dem Allesumfassenden Bewusstsein,) gegenüber tritt, und ihn Herausfordert, wird es feststellen das es nichts über Gott hinaus zu erreichen gibt, und wird bei dem Versuch ihn zu übertreffen eins mit ihm werden.
So musste es feststellen, das die Suche das Ziel war, und nun, selbst zu Gott geworden, freut es sich auf all die "Ich´s" die ihm noch folgen werden, und die momentan versuchen es selbst zu übertrumpfen.

So ist Luzifer nicht von Gott zu trennen.
Und die, die es versuchen, wählen statt der suche nach Freiheit, die sowohl in der Lehre Luzifers als auch in der Lehre Gottes enthalten ist, und in beiden seine Vollendung findet, stattdessen den Weg der Selbstversklavung, während sie von Freiheit schwafeln.
Entweder unterwirft man alles was möglich ist, und macht sich so hoch wie das höchste, wofür die Lehre Luzifers steht.
Oder man Unterwirft sich einer Welt voller Bindungen und Unfreiheiten, wo die Sinne Ziellos dem nächsten Reiz hinterher rennen und sich nur im Kreise drehen.

Dies jedoch als Satanismus, die Lehre Luzifers auszugeben als ginge es in ihr nur um die Befriedigung seiner Triebe, ist schändlich und eine dreiste Lüge, die andere davon abhält, sich selbst zu befreien.
Solche Lehren, die Angeblich dem Willen Luzifers entsprechen wollen, sind Irrlehren , sie dienen nur dazu, andere klein zu halten, um sich auf ihre Kosten zu bereichern.
Diese Art der Täuschung bezeichnet aber lediglich den Missbrauch des Satanismus, genau so wie viele "das Wort Gottes" benutzen, um Macht über andere auszuüben.
Das Luziferische Prinzip verabscheut im Kern die Übertretung des freien Willen, da es den freien Willen als ihr höchstes Gut versteht.
Es verabscheut jede Schwäche, die es als Inkonseqenz brandmarkt, ruft zur Vergöttlichung des Selbst auf und beansprucht für sich die Wahrheit zu repräsentieren. Wie man es auch dreht und wendet, es ist nichts unwahres in ihr zu finden, außer das was der Mensch ihr beigesellt.

In diesem Sinne, möge die Wahrheit wie eine Leuchtende Fackel hoch gehalten werden, so wie Luzifer durch seine Rebellische Tat zum Morgenstern wurde, Jai Mahamaya ki Jai.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon WerwesenWendi » 30. Dez 2018 12:24

WAHRHEIT ???
Was ist Wahrheit ?
Wahrheit gibt es nicht :ruhe: :dagegen:
Nur : Jedem seine eigenen ERFAHRUNGEN und ERKENNTNISSE :daumen: :har:
Ein "Pakt"...BLEIBT und Götter bleiben
an Deiner Seite , wenn Du es würdig bist !!!
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Cpt Bucky Saia » 30. Dez 2018 18:18

Naja zumindest gibt es subjektive Wahrheit und sicherlich auch irgendwo eine objektive von deren Erkenntniss wir aber vermutlich noch so weit entfernt sind wie die Ameise vom Mond.
Die Kunst ist m.M. nach zu erkennen des die subjektive Wahrheit eben nur das wiederspiegelt was für einen selbst wahrhaftig und gültig ist und nicht in den irrglauben zu verfallen seine persönliche Wahrheit entspräche der objektiven Wahrheit.
Das es uns vorerst unmöglich scheint diese eine allumfassende Wahrheit zu ergründen lässt sich schon damit erklären das es uns (Menschen) z.B. schlicht unmöglich ist das gesammte Spektrum des Lichtes optisch zu erfassen. Anders gesagt wird ein Mensch die Welt nie so wahrnehmen wie es z.B. besagte Ameise tut. Vom Universum selbst brauchen wir gar nicht erst anfangen. Was wir davon wissen entspricht einem Bruchstück von dem was man als Wahrheit bezeichnen könnte.
Trotzdem nähren wir uns immer mehr dieser objektiven Wahrheit an und für einige eingegrenzte Bereiche des Lebens mag es dann vieleicht auch eine objektive Wahrheit geben. Diese sind aber, wie bereits erwähnt, eingegrenzt.
Ist aber auch nur meine Meinung und ich empfehle jedem mal im zuge seiner magischen Ausbildung mit seiner subjektiven Wahrheit zu spielen. Die Resultate können mitunter intressant sein.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon khezef » 30. Dez 2018 19:41

WerwesenWendi hat geschrieben:WAHRHEIT ???
Was ist Wahrheit ?
Wahrheit gibt es nicht :ruhe: :dagegen:
Nur : Jedem seine eigenen ERFAHRUNGEN und ERKENNTNISSE :daumen: :har:


Wenn alles subjektiv ist, wozu dann überhaupt noch miteinander reden anstatt einfach an die Wand zu kacken und sehen was stecken bleibt? :|
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon izento » 30. Dez 2018 20:18

khezef hat geschrieben:Wenn alles subjektiv ist, wozu dann überhaupt noch miteinander reden anstatt einfach an die Wand zu kacken und sehen was stecken bleibt? :|

Es ist nicht alles subjektiv, sondern relativ. Das wußte schon der olle Einstein.
Aber das ist mir im Moment relativ egal. :auweiah:
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Cpt Bucky Saia » 30. Dez 2018 20:36

khezef hat geschrieben:
WerwesenWendi hat geschrieben:WAHRHEIT ???
Was ist Wahrheit ?
Wahrheit gibt es nicht :ruhe: :dagegen:
Nur : Jedem seine eigenen ERFAHRUNGEN und ERKENNTNISSE :daumen: :har:


Wenn alles subjektiv ist, wozu dann überhaupt noch miteinander reden anstatt einfach an die Wand zu kacken und sehen was stecken bleibt? :|



Die Frage ist durchaus berechtigt.
Um überschneidungen der subjektiven Wahrheit zu finden und daraus Rückschlüsse über die objektive Wahrheit zu ziehen. Ist freilich nur für die von interesse die mehr über den Charakter der Wahrheyt TM erfahren möchten.
Dies bezieht sich natürlich wieder mal nur auf das Spektrum der Wahrnehmungen die dem Menschen zugestanden werden.
Da wir genetisch überhaupt nicht in der Lage sind alles Wahrzunehmen was uns umgibt kann man also bestenfalls aus diesen Ergebnissen ein theoretisches Bild formen das der ganzen Sache dann mehr oder weniger nahe kommt.
Natürlich gibts da wie immer Stolpersteine wenn die subjektive Wahrheit vieler dazu tendiert sich an ein allgemeingültiges Paradigma anzupassen. Siehe dazu auch Religion oder Politik.

@ Izento Relativ zum Betrachter.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon izento » 3. Jan 2019 21:20

Cpt Bucky Saia hat geschrieben:@ Izento Relativ zum Betrachter.

Ja, genau das meinte ich doch.
Selbst wenn du eine objektive Wahrheit betrachtest, ist sie immer noch relativ und niemals absolut.


Aber mal wieder zurück zum Thema.

Vor ein paar Tagen habe ich eine alte "Dokumentation" über Satanismus gefunden:
Schwarze Messe der Dämonen - Der Antichrist

Meine Holde frasgte mich: "Wer sind denn die Bekloppten, die da am Anfang so rumschreien."
Meine lapidare, aber völlig korrekte, Antwort lautete: "Christen!"

Nach etliche Längen verrät uns der Film nach einer Stunde was Satanisten in ihren Ritualen so treiben:
Krötenköpfe essen, Blut schlecken und Ziegen am Arsch lecken.

Aber die Hauptbeschäftigung ist ganz einfach: Ficken, Ficken und nochmals Ficken.
Am Besten mit Jungfrauen oder der eigenen Schwester.

Ob das nun eine subjektive oder eine relativ objektive Wahrheit ist, vermag ich nicht zu sagen. :auweiah:
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Cpt Bucky Saia » 3. Jan 2019 21:53

Von seiten der Schreihälse sicherlich mindestens eine subjektive Wahrheit. :lol:
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 6. Jan 2019 21:15

Haribol und Om namah Shivaya.

Vorab ein Video-link über Geometrie, dass die Suche nach Wahrheit mal von einer ganz anderen Seite beleuchtet: https://www.youtube.com/watch?v=Elms1hBemT8
Es mag Subjektive wie Objektive Wahrheiten geben, aber eine "Reinste Wahrheit", sofern man so etwas in betracht zieht, müsste wohl beides beinhalten, oder wäre unabhängig von beiden.
Die Überschrift: "Satanismus, Klischee und Wirklichkeit", drückt genau diesen Widerspruch von Subjekt- und Objektivität, in Bezug auf den Satanismus aus.

Witzigerweise verdanken wir die Tatsache, das wir überhaupt über Wahrheit nachdenken, und der eine mehr der andere weniger auf der Suche nach ihr ist, dem Grundprinzip des Satanismus.
Darum halte ich es für so wichtig, sich mit den Grundlegenden Prinzipien des Satanismus zu beschäftigen. Dazu sollte man sich eher auf die Objektive Betrachtung stützen, da nämlich bei zu viel Subjektivität, praktisch automatisch ein "Missbrauch" jener Lehre erfolgt.
Damit meine ich zb, zu denken man könne tun was man wolle, und es würden dadurch keine Regeln mehr gelten.
Die wirklich gelebte Philosophie, erfordert vielmehr ein Erkennen all jener Regeln.
So dient der Satanismus vorzüglich dazu, all die Gesetze und kosmischen Abläufe des Universums zu Begreifen, um zu einem Umfassenden Bewusstsein zu gelangen.
Nur wenn man erkennt was am Anfang war, die Urerste Ursache sozusagen, kann man begreifen, wieso die Dinge so sind wie sie sind, und kann auf dieser Basis wirklich freie Entscheidungen treffen.
Luzifer verkörpert das Urerste Prinzip eines (eigenständig und frei empfindenden) Ichs.
Ein Aufrichtiger Sucher nach Luzifer, wird sich stets auf die Suche nach den Anfängen Luzifers (oder seines Ichs) begeben. Während andere sich eher von seinem Licht blenden lassen, und die Dunkelheit wählen.

Die Hauptgefahr, oder den Hauptknackpunkt sehe ich bei dem Thema Mitgefühl.
Wer sich ernsthaft mit Luzifer beschäftigt, wird verstehen, das der erste Impuls in Luzifer Mitgefühl war. Er Erkannte das den Wesen ein bestimmtes Wissen fehlte. Also brachte er es ihnen, und beschwor damit eine Welt der Dualität, von Glück und Leid herauf.

Dieses Mitgefühl , das durch Luzifer in einer einzigartigen und hochsensiblen Art Symbolisiert wird, nimmt sogar die Möglichkeit des Leidens in Kauf, und das nur, um der Wahrheit in seiner letzten Konsequenz gerecht zu werden.

Leider Picken sich die Menschen gewöhnlich nur die Rosinen aus die für sie am leichtesten zu verdauen sind, und so kommt es immer wieder zu Verzerrungen und zu tragischen Missverständnissen, die letztlich aus einer Unwissenheit heraus entstehen.
Auf diese Dinge hin zu weisen ist mir wichtig.
Und wer sogar soweit geht und glaubt er müsse jegliches Mitgefühl in sich und in anderen auslöschen, der Spaltet sich nur selbst immer weiter auf, und wer tatsächlich glaubt darin läge irgendein Heil, der befindet sich in tiefer Finsternis und Unwissenheit, der stets Leid und noch mehr Dunkelheit folgen wird .
Dies lässt sich jedenfalls nicht aus den Lehren Luzifers herleiten, die jede Schwäche sofort bestrafen.

Wirklich den Lehren Luzifers zu folgen bedeutet sein Ich zu finden und zu erkennen, denn wenn man sein "Ich" nicht kennt, wer ist es dann der da einen Willen formuliert und beginnt zu schöpfen?
Auf der Suche nach einem Selbst, kommt man an Luzifer nicht vorbei. Er ist es der einen bindet und immer wieder mit seinen Waffen bedroht, so lange, bis man ihn und damit sein "freies Ich" erkennt und erfährt.


In diesem Sinne, Jai Mahamaya ki Jai.
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Default » 8. Jan 2019 00:37

Es gibt eine Figur, die dem Satan oder Teufel recht ähnlich sieht.
Der Teufel hat meistens einen lustigen, roten Anzug an, und trägt einen Dreizack bei sich.
Der Wassermann ist eher eine dunklere Gestalt, jedoch auch er wird mit meistens mit einem Dreizack dargestellt.
Der Dreizack war nicht nur Kriegsgerät, sondern auch Fischereiwerkzeug, eine Darstellung von der Symbolik 3 in 1.
Irgendwie sind sie ähnlich und doch so verschieden.

Wasser ist eine ganz seltsame Substanz. Man spricht von einer Anomalie, denn Wasser ist bei +4°C am schwersten.
Andere Flüssigkeiten haben diese Eigenschaft nicht. Ein gefrorenes Quecksilber-Teil beispielsweise sinkt auf den Grund, sodaß man sagen kann,
Quecksilber friert vom Boden her zu. Viele Leute gegen heute davon aus,
daß sich ohne die schützende, oben schwimmende Eisdecke nie Leben entwickelt hätte.
Und bei dieser Betrachtung vernachlässigt man aber noch ganz andere Aspekte des Wassers.
Warum ist das Leben überhaupt an Land gegeangen, trotzdem man noch dazu soviel Wasser mit sich schleppen muß?
Möglicherweise muß man ein Raucher sein, um dafür wirklich Verständnis zu haben. :lol:

Mit dem Licht ist es so eine Sache. Wenn das Licht kommt, ist die Finsternis ganz plötzlich weg.
Da gibt es keine langen Grabenkämpfe, und man findet anschließend auch keine Leiche von ihr.

Nehmen wir an, du wärest der Fürst der Finsternis.
Bestimmt würdest du dein Reich dort gründen, wo Licht und Feuer selten vorkommen und auf naturgegebene Schwierigkeiten treffen: Tief unter wasser.
Du würdest es verbieten, Licht mitzubringen. Lichtbringer wäre für dich ein Schimpfwort.
Ich bin nicht sicher, ob mich die Aussicht auf ein Wassermannzeitalter begeistern würde. :lol:

Doch das nur nebenbei.

Hallo Bairav-Das,
du hast oben das Rad des Lebens gepostet.

Sicher ist dir bekannt, dass in der Mitte des Rades, im Ursprung dieser Drehung oder an der Nabe des Rades drei Tiere zu sehen sind.
Ein Schwein, eine Schlange und ein Hahn. Jedes von Ihnen beißt in den Schwanz des vorangehenden Tieres.
Der Hahn steht für Gier, die Schlange für Hass und das Schwein für Verblendung.
Weitere Erklärung siehe z.B. hier

Würde dieses Rad ohne diese Tiere (Eigenschaften) einen Sinn ergeben?
Würde ohne diese Eigenschaften vielleicht sogar das ganze Leid der Zeit an sich verschwinden?

Gott versus Satan. Bringt und diese eindimensionale Darstellung weiter?

Bleiben wir bei der Symbolik 3 in 1, um dem Ganzen eine Drehung zu geben.
Ich war lange in Indien. Wenn ich alle Reisen zusammenzähle, kommen fast 4 Jahre zusammen.
Zeit genug, um Auffälligkeiten am indischen Göttersystem zu betrachten.

Im Grunde stammen alle Götter von drei Gottheiten ab. Die Götter haben Inkarnationen oder sind verheiratet und haben Kinder,
oder es sind Heilige, die als Götter verehrt werden, sie können aber immer den drei Prinzipien zugeornet werden.

Der Schöpfergott heißt in Indien "Brahma", und wird üblicherweise mit vier Gesichtern, die in jede Himmelsrichtung blicken, dargestellt.
Er unterscheidet sich von unserer Vorstellung des Schöpfers nur dadurch, daß er keine Rücksicht nimmt, ob seine Schöpfungen gut oder schlecht sind.
Sein Auftrag ist nur die Schöpfung alleine, und er schöpft immer, auch jetzt noch. So steht er für die Kreativität im allgemeinsten und im kosmologischen Sinn.

Sein Gegenstück ist Gott "Shiva", der Zerstörer. Das Alte und das Schlechte muß weg, wenn etwas Neues entstehen soll.
Das ist sein Auftrag. Seine geistige Komponente ist die Zerstörung der Illusion, also die Reinigung und auch die Askese.
So steht er für Erleuchtung und Intelligenz, und man könnte sich fragen, ob seine Entsprechung für uns nicht der heilige Geist wäre.

Nun stell dir vor, du wolltest Menschen von ihren Illusionen befreien.
Da versteht man auf einmal ganz schnell, warum der Shiva im ewigen Eis des Berges Kailash sitzt. :lol:

Der dritte Gott heißt "Vishnu". Er steht für die erhaltende Kraft, welche die Schöpfung und die Zerstörung im Gleichgewicht hält,
und verkörpert so das Bewußtsein. Die vedischen Schriften sprechen davon, daß Vishnu sich in jedem Zeitalter wiederverkörpert,
um dem Menschen wieder den rechten Weg zu weisen. Die bekanntesten Inkarnationen Vishnu's sind die Götter Rama, Krischna und Buddha.

Nun sehe ich in dieser Sache weniger Glaubensinhalt als vielmehr ein kosmologisches Erklärungsmodell.
So wie der Raum drei Dimensionen hat, so hat auch die Zeit ihre drei Dimensionen (Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit).
Auch das Raum-Zeitkontinuum zeigt wieder drei Dimensionen und die wären: eine schaffende Kraft, eine vernichtende Kraft
und eine erhaltende, ausgleichende Kraft. Diese Kräfte halten das Universum zusammen
und werden bestimmt durch die nichtmateriellen Eigenschaften Kreativität, Intelligenz und Bewußtsein.

Dieses auf der Dreiheit begründete System zieht sich nun durch alle Bereiche des indischen Lebens.
Das Prinzip des Ajur-Veda beruht auf den 3 Konstitutionen, Doshas genannt. Man spricht von den drei Erscheinungsweisen der Natur, den Gunas.
Diese waren auch die Grundlage zur Erfindung des indischen Kastensystems. Nach dem Yoga-System in der Bhagavad-Gita gibt es 3 verschiedene Bewußtseinszustände:
Den der Klarheit, den der Leidenschaft und den der Tägheit. Man war damals der Meinung,
für jeden dieser 3 Bewußtseinszustände müsse die Gesellschaft Aufgaben bereitstellen.
Später wurde das Kastensystem erweitert und schließlich erstarrte das System, sodaß sich niemand mehr von einer in die andere Kaste bewegen durfte.

Bhairav-Das hat geschrieben: wir sind alle Schöpfer.

Ich fürchte, der Schöpfungsprozess ist heute sehr überbewertet.
Alles Erschaffbare wird erschaffen, alles Machbare wird gemacht und durchgesetzt und wir werden vor die Tatsachen gestellt.
Und Schöpfung ist immer gut, so wie auch der chistliche Schöfergott nur Gutes erschafft.
Gleichzeitig gibt es viel Gier, Hass und Verblendung.
Und Bewußtsein? Fehlanzeige, oder?

freundliche Grüße
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon fehlgeleitet » 8. Jan 2019 13:31

Default hat geschrieben:
Bhairav-Das hat geschrieben: wir sind alle Schöpfer.

Ich fürchte, der Schöpfungsprozess ist heute sehr überbewertet.
Alles Erschaffbare wird erschaffen, alles Machbare wird gemacht und durchgesetzt und wir werden vor die Tatsachen gestellt.
Und Schöpfung ist immer gut, so wie auch der chistliche Schöfergott nur Gutes erschafft.
Gleichzeitig gibt es viel Gier, Hass und Verblendung.
Und Bewußtsein? Fehlanzeige, oder?

freundliche Grüße


+1

also ich bin mir sicher, dass haufenweise gute Erfindungen als Blaupause in irgendwelchen Aktenschränken verstauben, einfach weil es Bayer oder wem auch immer grad nicht ins Geschäftsmodell passt. Wer einen besonders traurigen Ort sehen möchte, suche einfach mal eine Erfindermesse auf, da warten Menschen oft vergebens ihr ganzes Leben lang darauf, dass man auf sie und ihre Idee aufmerksam wird. Insbesondere in den USA ist die Hoffnung entdeckt zu werden auch mit dem american dream verwoben.

Konstruktiv zu sein ist auch überbewertet. Es ist so einfach, eine gute Idee in den Raum zu werfen. Gute Ratschläge waren allerdings schon immer unbeliebt, warum eigentlich, wenn sie doch so konstruktiv sind? :chaos:

Antworten führen auf den Sockel eines Denkmals, Fragen durch die Falltür eines Galgens. So sagt man. Was machen die Fragen mit uns, dass wir sie nicht unbeantwortet im Raum stehen lassen wollen?
Nimm die Hand aus der Hose wenn ich mit dir rede!
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Re: Satanismus, Klischee und Wirklichkeit

Beitragvon Bhairav-Das » 8. Jan 2019 19:03

Haribol und Om namah Shivaya.

Die Zahl 3 hat natürlich auch ihre Berechtigung, und verkörpert sich ua in den 3 Zeiten, den 3 Energiekanälen, der 3-einigen Gottheit usw. Die Drei ist eine Stabile Zahl, wie man an ihrer Geometrischen Darstellung erkennen kann.

Bild

Bei diesem Bild handelt es sich gleich um 2 Dreiecke, welche dadurch auch wieder auf die Zahl 2 hinweisen.
In der Zahl 23 findet man beide Zahlen sozusagen auch in Kombination. Die duale, in Wechselwirkung stehende Plus-Minus Energie der 2 und die Stabile Ausbalancierte Energie der drei.

Hier nun 2 sehr interessante Bilder über die Zahl 2, die im Kern die Dualität versinnbildlicht.

Bild

Bild

Religionen kommen und gehen oder wandeln sich, und Gottheiten verändern sich im laufe der Zeit, bzw zeigen unterschiedliche Formen und Verkörperungen.
Dies kommt in erster Linie daher, das sie Archetypen verkörpern, die wiederum eine Bandbreite von Möglichkeiten zulassen.
So zeigt sich Luzifer als Lichtträger, wenn er sich einem Harmonischen Bewusstsein Offenbart.
Wenn er sich einem Chaotischen und verwirrten Bewusstsein Präsentiert, wird er als Unberechenbarer, unersättlicher und Grausamer Herr der Dunkelheit erscheinen oder wahrgenommen werden. Je nach Rolle die er gerade Spielt, bzw die er uns widerspiegelt.

Die 3 Tiere in der Mitte des Mahakala-Mandala-Rades, Verkörpern übrigens auch die Symbiose aus 2 und 3.
Gier und Hass, bedeuten nichts weiter als stark ausgeprägte Anziehung und Abstoßung. Plus-Minus... Dualität. Die Unwissenheit als drittes, ist sozusagen das Produkt dieser Spannung.
Diese 3 Bindungen, versinnbildlicht durch die 3 Tiere, sind gleichzeitig verbunden mit ihrem jeweiligen Equivalent, nämlich Großzügigkeit, Liebe und Weisheit.
Wenn Mahakala sein Samsarisches Rad dreht, findet das im Mikrokosmischen Bereich im Magnetfeld seinen Ausdruck und Widerspiegelung.
Dreht es sich runter, überwiegt die Negative Energie bis zu ihrem Höhepunkt.
Dreht es sich rauf, überwiegt die positive Energie bis zu ihrem Höhepunkt.
Luzifer der, symbolisiert durch seinen Dreizack über die Zeit Herrscht, beobachtet dieses Spiel Unberührt und Gleichgültig (aber nicht frei von Mitgefühl), sorgt aber Gleichzeitig dafür, das sich jeder an die Spielregeln hält. In dieser Funktion (oder Erweiterung), verkörpert er auch den Tod und den Herscher über die Unterwelten.

In Gewissem Sinne, kann man Luzifer also als Herrn der Welt, als Herrn über Samsara bezeichnen. Luzifer vergisst aber, egal wie zerstörerisch und grausam er auch erscheint, niemals seinen Ursprung und seine Verbindung zu dem "Einheitsbewusstsein".
Samsara bedeutet, diese Verbindung zu vergessen.

In diesem Sinne, Jai Mahamaya ki Jai und Jai Mahakal.
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