Satanismus in Hinblick auf sexuellen Kindesmissbrauch, etc.

Psychologische, philosophische und wissenschaftliche Betrachtungen

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Satanismus in Hinblick auf sexuellen Kindesmissbrauch, etc.

Beitragvon gast » 9. Sep 2017 11:26

Hallo! Ich hoffe ich bin hier richtig und Ihr könnt mir weiterhelfen!

Ich schreibe im Moment eine wissenschaftliche Arbeit über die dissoziative Identitätsstörung, wobei ich mich hier vor allem auf die Entstehung konzentriere. Ursachen für jene psychische Krankheit ist Kindesmissbrauch jeglicher Art, was auch sexuellen Missbrauch miteinschließt. Häufig wird hier auf rituelle Gewalt/rituellen Missbrauch und den Satanismus verwiesen.

Ich interessiere mich im Allgemeinen für Satanismus und habe aus Interesse schon vor geraumer Zeit die "Die Satanische Bibel" von Anton Szandor LaVey gelesen und den Satanismus eigentlich im Allgemeinen als positiv und nicht als "böse" wahrgenommen, was bestimmte Werte und Ansichten betrifft.

Bei meinen Recherchen bin ich nun beispielsweise auf das Buch "Vater unser in der Hölle: Inzest und Missbrauch eines Mädchens in den Abgründen einer satanistischen Sekte" von Ulla Fröhling gestoßen. Der Titel spricht für sich, denke ich. In diesem Tatsachenbericht werden unter anderem teilweise auch "schwarze Messen" beschrieben in denen es zu Menschenopferungen, verschiedenste Arten der Folter, sexuellen Kindesmissbrauch und dergleichen kommt. Aber auch in diversen Fachbüchern über jene psychische Krankheit wird immer wieder auf ähnliche Dinge in satanischen Sekten verwiesen.

Was hat es nun damit auf sich? Kindesmisshandlung oder auch Ermordung von Babys, Tieren und Kindern sind ja nicht im Sinne eines Satanisten, zumindest nicht nach der satanischen Bibel (Zitat: "Der Satanismus unterstützt jede Form des Sexualverhaltens, das einem gefällt, so lange
niemand anderes dadurch verletzt wird." oder "Ein Satanist würde unter keinen Umständen ein Tier oder ein Baby opfern!").

Die "ach so böse Schwarze Messe" mit all diesen klischeehaften Aspekten (Missbrauch, Opferungen, etc.), scheint es ja wirklich zu geben. Doch was hat es nun damit auf sich? Sind das extreme Randgruppierungen?

Alles was ich zu diesem Thema gefunden habe beschreibt den Satanismus entweder als klischeehaft böse oder gut und nachvollziehbar.

Ich hoffe Ihr könnt mir bei diesem Thema weiterhelfen oder mir auf mögliche Literatur/Quellen verweisen!

Mfg
gast
 

Re: Satanismus in Hinblick auf sexuellen Kindesmissbrauch, e

Beitragvon Bhairav-Das » 9. Sep 2017 13:26

Haribol und Om namah Shivaya.

Die Philosophie des Satanismus, wovon der La-Vey`sche nur EINE, recht liberale, Form darstellt, sollte man nicht mit Satanischen Praktiken verwechseln.
Die Philosophie bildet lediglich die Grundlagen.
(Und...nicht jede Satanische Philosophie toleriert den Willen anderer.)

Über das Thema "Kindesmissbrauch und Satanismus" gibt es bei Youtube einige interessante Dokus.

Ziel dieser Praktiken, die du andeutest, ist so eine Art "Sklaven" zu erschaffen.
Man spaltet, Mittels Gewalt usw, den Menschen in verschiedene Persönlichkeiten auf (Siehe auch MK-Ultra usw).
Man "erschafft" damit grob zusammengefasst 2 Arten von Persönlichkeiten: eine "Opfer-Identität", die alles mit sich machen lässt, und eine "Täter-Identität" die den Menschen zu einer grausamen Bestie macht.
Manche berichten von bis zu (oder über?) 100 verschiedenen Identitäten/Persönlichkeiten.

Solche Dinge finden aber ausschließlich im Verborgenen statt.
Es gibt "Geheime-Okkulte-Orden", die meistens gut vernetzt sind, und deren Einfluss oft bis in die Höchsten Gesellschaftlichen Kreise reicht, weshalb die Täter meistens "beschützt" werden.

Habe in diesen Forum bereits darauf hingewiesen, das ich den Ausdruck "Satanist" und die Beschäftigung damit, für gefährlich halte.
Nur weil man sich für die Rebellion gegen sämtliche Normen interessiert, macht einen das noch nicht zum Satanisten. Die Praxis sieht aber anders aus, weswegen heutzutage eine menge "Satanisten" rumlaufen, die praktisch nichts über den Satanismus wissen, oder ihn lediglich für eine Philosophie halten. :evil: :denk:

Es ist also durchaus so, das es die "harmlosen Philosophischen Satanisten" gibt, und natürlich die "art Satanisten, die man als wirklich Teuflisch" bezeichnen kann.
Letztere werden übrigens gerne von ersteren geleugnet- welch Ironie. :lol:

Jai Mahamaya ki Jai.
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Re: Satanismus in Hinblick auf sexuellen Kindesmissbrauch, e

Beitragvon Azazel » 9. Sep 2017 13:39

Irgendwie wiederholt sich diese Diskussion seit Urzeiten bis zum erbrechen :lala:
lies da mal nach - das gibt in etwa den Geist des Forums wieder https://thesatanictemple.com/
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Re: Satanismus in Hinblick auf sexuellen Kindesmissbrauch, e

Beitragvon Tyger » 9. Sep 2017 14:31

Das Thema ist derzeit durchaus interessant, weil in den letzten Jahren eine Verbrechenswelle ganz großen Ausmaßes aufgerollt wird. Speziell in den USA wurden Kindern und teilweise auch Erwachsenen von skrupellosen Psychologen durch Suggestivfragen, Hypnose und sonstige Psychotricks falsche Erinnerungen an "satanischen Missbrauch" eingepflanzt, weil das gerade in war und eine gute Möglichkeit darstellte, sich zu profilieren. Für die Experten war das kein Problem. Das geschah in großem Stil, zerstörte Familien und brachte Unschuldige für lange Zeit ins Gefängnis. Das war in den 1980ern/90ern. Hier einige Links dazu:
http://nationalpost.com/news/canada/the ... rder-cults
https://www.theguardian.com/science/201 ... s-scotland
https://faculty.washington.edu/eloftus/ ... /sciam.htm
Inzwischen werden die Opfer wieder rehabilitiert und/oder aus dem Knast entlassen; die Täter kommen allerdings alle straflos davon.
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Re: Satanismus in Hinblick auf sexuellen Kindesmissbrauch, e

Beitragvon Remus Horizon » 9. Sep 2017 18:23

Mit Satanisten verhält es sich wie mit Christen, Buddhisten, Juden, Moslem, Hindus, Atheisten usw. Es gibt Gute und Böse.

Ritueller Missbrauch existiert gewiss. Die Energie, die durch Schmerz, Demütigung, Lust, Freude und besonders eine Kombination daraus entstehen kann, ist gewaltig. Veränderte Bewusstseinszustände spielen dabei einer Rolle, aber es können auch verschiedene Persönlichkeiten erschaffen werden. Es gibt eine Reihe von Techniken, die – wie Tyger es postete – auch von Behörden missbraucht werden können. Oder die durch falsche Anwendungen Schäden hinterlassen.

Nachdem, was ich über rituellen Missbrauch weiss, handelt es sich bei den meisten Verbrechen nicht um Satanisten. Es gibt drei Sorten: Diejenigen, die mit Magie arbeiten, Geschäftsleute und Sexualstraftäter. Die Sorten können ineinander gehen. Als Satanisten kann man die Leute nur bezeichnen, wenn der Begriff pauschal für alle Personen verwendet wird, die destruktive magische Praktiken exorzieren.

Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass Ritualmorde, ritueller Missbrauch, die «magische Kraft» entfalten, nur von wenigen Menschen durchgeführt werden können. Es erfordert Wissen und Können – so destruktiv es auch ist.
Eine Theorie zu den Multiversen besagt, dass jeder Gedanke ein neues Universum erschafft. Kein wunder verirren wir uns so häufig.
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