Das Ende des Kriegers

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Das Ende des Kriegers

Beitragvon shadowclaw » 16. Mär 2017 00:46

Der Vollmond ließ die nebelumwobene Nacht in einem trüben Licht erstrahlen. Langsam schlichen wir im ausgetrockneten Flussbett voran. Beide Flanken waren von hohen Felswänden gesäumt. Trotz des Tempos, den die Armee an den Tag legte, machte keiner einen Laut. Die Stille war förmlich greifbar. Die nachtschwarze Klinge, die ich in meiner Linken trug, spiegelte im fahlen Mondlicht einen dunkelblauen Schimmer wider. Ich hielt inne und blickte erwartungsvoll in den geisterhaften Nebel, der wie ein Totenschleier über dem Land hing. Ohne eine Anweisung zu erteilen, hielten auch die Soldaten inne, die mir lautlos gefolgt waren. Alle spürten die Energie und die Spannung, die keiner auszuhalten vermochte. In mir flammte das unbändige Kribbeln eines Raubtieres auf, ich war so kurz davor meine Beute zu reißen. Aufmerksam richtete ich meine bernsteinfarbenen Katzenaugen auf die Flanken jenes ausgedörrten Flusses. Meine Zunge bleckte die messerscharfen Reißzähne, während sich die Konturen der feindlichen Armee im Nebel verdichteten.
Mit wildem Kampfgeschrei stieß ich voran. Im Nu kippte die Spannung und entlud sich im Geschrei und Gemetzel der Schlacht. Kreaturen, Menschen und Tiermenschen stießen aufeinander in dem barbarischen Verlangen, ihrem Feind nichts als die Niederlage zu gönnen. Mit einem Hieb zerbarst ich die Erde unter mir und schickte eine Hundertschar in den Tod. Mein Name war in aller Munde gewesen. Ich war der Träger der Schattenklinge. Ich war das Monster, vor dem jeder zu zittern begann, wenn man nur meinen Namen aussprach. Ich rannte im Rausch der Schlacht voran und erblickte ihn.
Seine Fänge blitzten im fahlen Mondlicht blutig auf, als er seinen Kopf von seinem zerfleischten Opfer erhob. Er warf er den bedauernswerten Leichnam der armseligen Kreatur zur Seite als wöge sie nichts und sein durchdringender Blick richtete sich auf mich. Seine wölfische Gestalt wandelte sich in einen großgewachsenen Krieger – in jeder Hand hielt er ein Schwert. Er setzte ein schiefes Grinsen auf. Das wilde Funkeln in seinen Augen verriet mir, dass er genauso froh war, einem ebenbürtigen Gegner zu erblicken, wie ich es war. Ich erwiderte das Grinsen und wir begannen uns in angespannter Kampfhaltung zu umkreisen. Jeder wartete nur darauf, dass der Andere als erstes vorstieß. Lässig schwänkte er sein Schwert und ich nutzte die Gelegenheit einen ersten Schlag auszuführen. Er konterte und ohne dass auch nur einer von uns den anderen erwischte, standen wir uns erneut fauchend und knurrend gegenüber. Der zweite Schlagabtausch folgte und der schwarze Stahl meiner Klinge zerschmetterte eines seiner Schwerter. Ich lachte im Rausch und stieß ihn weiter zurück. Immer weiter kämpfte ich mich voran, bis mein Feind mit dem Rücken an der Felswand anstieß. Wir beide horchten auf, als das tiefe Dröhnen eines Horns ertönte. Unwirsch kämpfte sich mein Gegner aus seiner misslichen Lage heraus und knurrte mich grimmig an. Als das Horn ein weiteres Mal über das Schlachtfeld dröhnte löste er sich endgültig von unserem Kampf und rannte mit seiner fliehenden Armee davon.

„Ich bin beeindruckt, oh großer Krieger.“, hauchte mir die sanfte Stimme meiner Geliebten aus dem Hintergrund entgegen. Mein Blick starrte abwesend zur Zeltdecke und fuhr herunter auf den schmalen Schlitz des Eingangs. Draußen im Lager brannten die Fackeln und die gequälten Laute der Verletzten waren noch bis hierher zu hören gewesen. „Auf unseren Sieg!“, sprach das Weib in sanftem Ton und hob das Glas. Sie reichte mir ein ebenfalls ein Glas und lächelte während mich ihre rot glühenden Augen lüstern bemusterten. Bereitwillig setzte sie sich zu mir und liebkoste meine Wunden zärtlich. „Auf unseren Sieg.“, wiederholte ich von Vorfreude ergriffen und leerte das Glas. Mit einem Anflug von Dominanz stieß sie mich zurück und ihr höhnischer Blick wanderte über meinen Körper. Ich schnappte nach Luft und meine Muskeln krampften sich schmerzhaft zusammen. Jeder Herzschlag kam einem Schwerthieb gleich und riss mir förmlich die Brust heraus. Ich spürte, wie das Schlagen meines Herzens immer langsamer wurde. Ich hörte ihre Worte pochend in meinem Kopf widerhallen: „Auf meinen Sieg!“
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon gabor » 16. Mär 2017 16:31

Also entweder "nachtschwarz", oder "dunkelblau".
Da muss man schon konsequent sein!
Nacher schimmert das Ding noch in zarten Rosatönen.
Und Frauen mit rot funkelnden Augen sind eher Vollzeitkifferinnen, und daher abzulehnen.
Immer bereit!
Woher soll ich wissen, ob die Vergangenheit keine Fiktion ist, die nur erfunden wurde, um den Zwiespalt zwischen meinen augenblicklichen Sinneswahrnehmungen und meiner Geistesverfassung zu erklären?
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon shadowclaw » 16. Mär 2017 23:53

Wer bist du eine mörderische Klinge zu verurteilen? Wenn sie rosa sein will, dann solltest du das respektieren du rassist!
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon gabor » 17. Mär 2017 00:46

Also, klingenmässig bin ich schon Rassist :lol:
Schwarze Klingen....da hat wohl jemand seine Lehrjahre als Schmied verbummelt. :lol:
Immer bereit!
Woher soll ich wissen, ob die Vergangenheit keine Fiktion ist, die nur erfunden wurde, um den Zwiespalt zwischen meinen augenblicklichen Sinneswahrnehmungen und meiner Geistesverfassung zu erklären?
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon Ich » 18. Mär 2017 02:59

Erinnert mich ein wenig an Erlebnisberichte von Überlebenden des ehem. "St.Btls. 500" - allerdings aus dem "RL" - Zitat:

"Solche Nahkämpfe im nächtlichen Wald sind ein Kapitel für sich. Oft muß erst die eine Hand den Gegner abtasten. Fühlt sie, daß er keine Sprungkombination anhat, stößt die andere mit dem Nahkampfdolch zu. Es ist ein unheimliches, fast lautloses Kämpfen. Weder das "Urräh"-Geschrei noch der altvertraute Schlachtruf "Ab-schlach-ten" des Bataillons sind zu hören.
Nur die scharf geschliffenen Dolche führen einen leise klingenden Wortwechsel. Selbst die Todesschreie der Getroffenen sind kaum zu hören, weil sie bis zum letzten Herzschlag die Lippen zusammenpressen, den Atem anhalten und nur mit einem dumpfen Röcheln sterben."
(Peterson)

@gabor: Böser Bub', wusstest Du etwa nicht, dass man "schwarze Klingen" heute... ja wie eigentlich nennt? :lol:
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon izento » 18. Mär 2017 21:35

Ich hat geschrieben: Böser Bub', wusstest Du etwa nicht, dass man "schwarze Klingen" heute... ja wie eigentlich nennt?

Sagt man jetzt "Afro-Klingen" oder "Klingen mit Migrationshintergrund"? :lol: :lol: :lol:
...und es wird der Tag kommen dass die Welt versinkt im Chaos. Und wir werden auferstehen und tanzen auf den Ruinen.
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon khezef » 18. Mär 2017 21:42

izento hat geschrieben:
Ich hat geschrieben: Böser Bub', wusstest Du etwa nicht, dass man "schwarze Klingen" heute... ja wie eigentlich nennt?

Sagt man jetzt "Afro-Klingen" oder "Klingen mit Migrationshintergrund"? :lol: :lol: :lol:


Fragen wir die Experten von Star Wars:
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon Remus Horizon » 19. Mär 2017 11:21

khezef hat geschrieben:Fragen wir die Experten von Star Wars:


Hatte Darth Maul Schwarzlichtklingen? Interessiert mich wirklich.
Eine Theorie zu den Multiversen besagt, dass jeder Gedanke ein neues Universum erschafft. Kein wunder verirren wir uns so häufig.
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon khezef » 19. Mär 2017 12:04

Hatte er, in diesem Trickserienverschnitt von Star Wars hat er sich nen "Darksaber" geklaut:
http://starwars.wikia.com/wiki/Darksaber
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Re: Das Ende des Kriegers

Beitragvon Remus Horizon » 19. Mär 2017 19:08

Danke khezef.
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