Weltanschauung der Germanen: DIE SEELE, DIE GÖTTERDÄMMERUNG

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Weltanschauung der Germanen: DIE SEELE, DIE GÖTTERDÄMMERUNG

Beitragvon Sunnar_Baal'echem » 21. Sep 2006 13:51

DIE SEELE:

Bäume nahmen im germanische Denken und Fühlen eine wichtige Stelle ein. Drei Götter schufen gemeinsam aus dem Holz zweier Baumsorten die ersten Menschen, Mann und Frau. Der Weltenbaum Yggdrasil steht für die Struktur und Verbindungen zwischen den Welten, die innere Welt eines Menschen wird durch einen "Inneren Baum" dargestellt, ein Kämpfer wurde als "Kriegseiche" angesprochen, unter Bäumen wurden Versammlungen gehalten, dort wurde gefeiert und Recht gesprochen.

Auch der Kern des Menschen wird als eine Art Baum gesehen. Seine Wurzeln bildet ein Komplex an Essenzen und Kräften, den man unter dem Begriff "Seele" fassen könnte. Die Germanen sahen im einzelnen Mensch eine Körper-und-Seele Einheit. Aspekte diese Ganzen sind der Körper (lyke), die Erscheinungsform des Körpers (hyde), die Atmung (athem), die Inspiration (wode), der Intellekt (hidge) und das individuelle und kollektive Gedächtnis (myne).

Weiter gehören noch das Herz und der Wille dazu und auch Begabung im magischen Bereich. Letztere können für jeden Menschen unterschiedlich sein, in fast allen Fällen müssen sie aber entwickelt werden, bevor sie bewußt eingesetzt werden können.

Hierbei muß beachtet werden , daß alle genannten Teile miteinandern zusammenhängen, keiner eigendlich getrennt vom Ganzen gesehen werden kann.

Wer seinen Willen trainiert und die Kontrolle über sein Bewußtsein erweitert, der wird im Stande sein die magischen Talente, wie z.B. das Hamingja, dasGlück zu erweitern.

Wer sich die Runen verinnerlicht, sie in sein Wesen aufnimmt, der "ritzt" sie in das Holz seines Inneren Baumes, so wie die alten Germanen in ihren früheren Zeiten die Runen hauptsächlich in Holz ritzten.


DIE GÖTTERDÄMMERUNG UND DIE NEUE WELT:

"Wie alles vergänglich ist, ist den Göttern auf Asgard nicht ein ewiges Leben beschieden. Die Riesen warten auf den Tag, an dem Lokis Kinder sich von ihre Banden lösen und vereint mit dem Geschlecht der Riesen der jetzigen Welt ein Ende machen werden.

Diese Zeit wird kommen, wenn bei Göttern und Menschen weder Recht noch Zucht mehr herrschen. Durch blutige Kriege wird die Welt veröden, der Bruder tötet den Bruder, der Sohn den Vater. Nichts gilt mehr das Band des Blutes. Auch die Götter müssen untergehen, da auch sie sich nicht frei von Sünde und argem Trug gehalten haben.

Schweres Verhängnis steht nun den Göttern bevor; der Anfang dazu ist bereits durch den Tod Balders gegeben. In einem dreijährigen, furchtbar harten Winter finden auch die Menschen und Tiere ihren Untergang, die sich aus Kriegsnöten gertettet haben. Von den Leichen der Erschlagenen gemästet, ereilen die grausigen Wölfe Sonne und Mond und verschlingen die lichtbringenden Gestirne. Dann stürzen die Sterne vom Himmel. Die Götterdämmerung beginnt.

Unter schrecklichem Erdbeben fallen die Berge zusammen, und es lockern sich alle Bande, auch die des Loki und des Fenriswolfs. Die Midgardschlange bäumt sich auf, daß das Meer über seine Ufer tritt und die Erde durch Springfluten verheert. Und nun bricht der Entscheidungskampf zwischen Göttern und Riesen an.

Von drei Seiten zugleich greifen die Feinde die Götterburg an. Von Osten her steuert das verderbenbringende Schiff Naglfar heran, das aus den Nägeln der Verstorbenen gemacht ist, von einem mächtigen Frostriesen gesteuert, mit Riesen bemannt. Loki führt auf einem zweiten Fahrzeug, von Süden die Feuerriesen herzu, an ihrer Spitze Surtur, den gewaltigen von Muspelheim. Hel mit ihrem Schiff kommt von Norden.

Wenn Surtur mit den Seinen über die Regenbogenbrücke Asgard erstürmen will, bricht Bifröst zusammen, der ganze Himmel spaltet sich, die alte, halb verdorrte Weltenesche erzittert von der Wurzel bis zum Gipfel, das Ende der Welt naht.

Heimdalls Horn hat dieAsen und Einheriar alle zum letzten Kampf gerufen. Wuotan tritt kühn dem Fenriswolf entgegen, der den Rachen von der Erde bis zum Himmel aufreißt. Nichts nützt dem Gott sein siegbringender Speer. Das Ungeheuer verschlingt den Vater der Götter in seinem furchtbaren Rachen. Thor kämpft gegen seine alte Feindin, die Midgardschlange; mit dem Hammer zerschmettert er ihr Haupt, sinkt aber selbst zu Boden, von ihrem giftigen Geifer getötet.

Nacheinander müssen alle Götter sterben; Surtur entzündet den Erdball, und in den Flammen vergeht alles, was da war, Himmel, Erde und Meer, Riesen und Götter.

Alles Unreine, alle Schuld der Götter ist durch das Feuer des Weltenbrandes ausgetilgt, durch ihren Untergang haben die Götter ihre Verschuldung gebüßt.

In der neuen Welt werden zwar die alten Götter herrschen, aber neugeboren und von allen Übeln und Unvollkommenheiten befreit. Wie einst bei Beginn der Welt seeliger Friede herschte, so auch in der neuen Schöpfung, und auch ein wiedererstandens Menschengeschlechtwird sich in steter Reinheit und ungetrübter Heiligkeit dieses goldenen Zeitalters erfreuen."
Zuletzt geändert von Sunnar_Baal'echem am 25. Sep 2006 17:05, insgesamt 10-mal geändert.
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Beitragvon tlahuizcalpantecutli » 21. Sep 2006 18:17

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Beitragvon Sunnar_Baal'echem » 21. Sep 2006 18:52

Danke für den link, auch ich bin sehr an der Götterwelt unserer Vorfahren, den europäischen "Indianern" interessiert und hoffe daß wir in Zukunft unser Wissen auf diesem Gebiet konstruktiv austauschen können. Tiefdunklen Gruß Sunnar
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Beitragvon tlahuizcalpantecutli » 21. Sep 2006 19:01

vllt kennst du dieses riesige Forum, wo man sich perfekt über Mythologie unterhalten kann!

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Beitragvon Sunnar_Baal'echem » 22. Sep 2006 07:47

Vielen Dank für den Mythologielink tlahuizcalpantecutli, kenne ich noch nicht, was sich jetzt aber bestimmt ändern wird.

Freundschaftlichen Gruß Sunnar_Baal'echem
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