von khezef » 30. Aug 2011 10:01
So, von mir gibt es hier einmal etwas zum Stichwort "Sigillenmagie"
Ich fasse hier nun in der Theorie das zusammen, was ich aus eigener Erfahrung weiß und gelernt bzw. bereits darüber gelesen habe.
Was ist eine Sigille?
Als Sigil an sich ist wohl die Glyphe oder das Symbol zu bezeichnen, welches die gewollte Instruktion an das Unterbewusstsein in sich trägt. Eine Sigille wird bei jeder Anwendung vom Magus neu erschaffen und ist deshalb an sich ein individuelles Symbol, selbst wenn es bei einer vorherigen Anwendung bereits schon einmal verwendet wurde. Die Sigille selbst hat eigentlich nur zwei Funktionen:
1) Die Aufnahme der gewollten Instruktion an das Unterbewusstsein
2) Das Vorbeischleusen des Befehls am Zensor
Vorraussetzungen
Die Sigillenmagie erfordert an sich keinen großen Fundus an magischen Vorkenntnissen oder Erfahrungen, weshalb sie gut für Anfänger der Magie geeignet ist. Jedoch sollten wie immer zwei Grundtugenden beherzigt werden:
1) Körperbeherrschung
2) Konzentration
Diese beiden Dinge sind essenziell für die gesamte Operation. Die Körperbeherrschung wird benötigt, um die Sigille durch die Todeshaltung (s.u.) ins Unterbewusstsein und am Zensor vorbei zu bekommen. Die Konzentration wiederum dient dazu, dass die Sigille ihren Zweck nicht verfehlt, wenn man sie formt (dabei unbedingt immer nur auf das eigentliche Ziel konzentrieren) und sie unterstützt deren Ausführung und erleichtert das Laden.
Durchführung:
a) Willenssatz
Der Willenssatz sollte immer mit den Worten "Es ist mein Wille,dass..." oder "Ich will, dass...." beginnen. Somit wird hier schon einmal eine klare Botschaft formuliert. Weiters ist darauf zu achten, dass beim Willenssatz keine negativen Wortlaute vorkommen wie: "Nie, niemals, nicht,.." Deshalb ist es immer äußerst wichtig, sich vorher zu überlegen, wie man den Wllenssatz formuliert, bevor man ihn zur Sigil formt. Das Unterbewusstsein kann nämlich negative ausdrücke nicht verwerten, weshalb dann der formulierte willenssatz genau ins Gegenteil umgekehrt werden und somit verheerende Folgen nach sich ziehen kann. Wichtig ist auch, dass man ihn nicht zu ungenau, aber auch nicht zu präziese formuliert:
zu ungenau: "Ich will ein Stück Kuchen"
Zu präziese: "Ich will morgen um 13:57 von Günther Jauch einen Schoko-Himbeerkuchen auf dem Silbertablett serviert bekommen"
Man muss dem Unterbewusstsein immer etwas Spielraum und somit mehrere Optionen lassen, so erreicht man am ehersten sein ziel, jedoch sollte man ihm auch eine gewisse Richtung geben.
Beispiel: "Es ist mein Wille, das ich morgen Kuchen bekomme"
Hier sieht man, wie ausschlaggebend ein einziges Wort (morgen) sein kann.
Ist der gewünschte Satz nun zu Papier gebracht worden, so folgt nun der zweite Schritt
b) Sigillenerstellung
Das Erstellen der Sigil ist wohl der einfachste Schritt der ganzen Prozedur. Als erstes werden nun aus dem Satz alle doppelt vorkommenden Buchstaben gestrichen, bis nur noch die einzelnen übrig bleiben. Zur Veranschaulichung nehmen wir wieder den Satz:
"Ich will morgen ein Stueck Kuchen bekommen"
übrig bleiben die Buchstaben: I,C,H,W,L,M,O,R,G,E,N,S,T,U,K,B
Aufgefallen ist jetzt vielleicht, dass ich den Umlaut ausgeschrieben habe. Umlaute sollten nicht für die Sigil benutzt werden, das würde alles unnötig verkomplizieren, weshalb das Ausschreiben sinnvoller und vereinfachender ist.
Aus diesen Buchstaben formt man nun ein Zeichen, ein Symbol. Es sollten auf den ersten Blick nicht gleich alle Buchstaben erkennbar sein, das ganze Konstrukt sollte jedoch auch nicht zu abstrakt und kompliziert werden, damit das Unterbewusstsein es noch erfassen kann.
Man kann manche Buchstaben größer machen, ein Zeichen kann auch mehrere enthalten, man kann sie verkehren, verbiegen, usw.
Ist das geschafft, kommen wir nun zum schwersten Schritt
c) Das Laden
Hat man nun seine Sigil erstellt, sollte man sie noch einmal auf ein extra Stück Papier sorgfältig mit Lineal übertragen und sie dann vor sich auf den Tisch legen. Ist das geschafft, dann versucht man erst einmal, seinen Kopf kurz etwas frei zu bekommen, damit genug Platz für die eigentliche magische Operation ist. Nun wird die Todeshaltung eingenommen:
Ich demonstriere hier eine ungefährliche Variante zum Schutz der ungeübteren Praktikanten. Danke hierbei an Frater DV:
Die Sigil liegt vor dem Magier auf dem Tisch, während er gerade und aufrecht sitzt, die Handflächen auf die Tischplatte gelegt. Der Daumen wird rechtwinklig abgespreizt, die Hände liegen flach auf, so daß sich die Daumenspitzen berühren und die Sigil in dem durch die Hände gebildeten offenen Viereck liegt. Die Sigil wird mit weit geöffneten Augen angestarrt, die nicht geschlossen werden dürfen, auch wenn sie zu tränen beginnen sollten.
Nun zuckt der Magier ganz kurz mit den Muskeln der Unterschenkel, zuerst in einem Bein, dann im anderen, dann mit beiden gleichzeitig. Das Zucken sollte fest und locker sein, es genügt, wenn es nur einen Sekundenbruchteil umspannt, dafür aber möglichst intensiv ist. Nun sorgt der Magier dafür, daß sich das Muskelzucken in die Oberschenkel fortsetzt, dann durch Rumpf, Hände und Arme und schließlich bis zur Kopfhaut. Nach einiger Übung nimmt ein "Durchzucken" des ganzen Körpers nicht mehr als eine halbe Sekunde in Anspruch. Auf dem Höhepunkt des Zuckens reißt der Magier die Augen noch weiter auf, wobei er immer noch die Sigil anstarrt, schließt abrupt die Augen und bannt die Sigil.
d)Wie bannt man eine Sigil?
Das Bannen einer sigille ist einfach: Man lacht. Das bannen ist der erste Schritt zum Vergessen der Operation, auf das ich dann noch näher eingehen werde.
Durch das Lachen blenden wir kurzzeitig alles andere aus, wir verdrängen die Sigil praktisch. Das lachen ist einer der einfachsten Vorgänge zum Erzeugen einer kurzzeitigen Gedankenstille.
e) Das Vergessen
Das Vergessen ist der bei weitem wichtigste Schritt. Ruft der Magier sich nämlich ständig die Glyphe wieder ins gedächtnis und dazu ihren Zweck, so verliert sie irgendwann die Wirkung. Deshalb ist es wohl am Besten, sich nach der Operation einfach abzulenken, Fernsehen, Sport oder Computerspiele sind hier ein gutes Mittel zum Zweck. Man sollte nicht meditieren, da sonst, wie bereits gesagt, auch wieder die Wirkung verloren gehen kann. Man sollte also praktisch "den Deckel auf dem Topf lassen", damit unsere Sigil ihren "Geschmack voll entfalten kann".
Sollte die Sigil dennoch wieder in gedanken auftauchen, dann einfach laut lachen und erneut bannen.
Allgemeine Theorie und Warnung
Sigillen können sehr viele Zwecke erfüllen, die Sigillenmagie ist nämlich mit sehr vielen anderen Gebieten der Magie verknüpft, da ihre Anwendungsgebiete sehr vielfältig sind. Von der Geldmagie/Erfolgsmagie über Liebeszauber bis hin zu Schadensmagie ist alles möglich. Auch sollte man immer darauf achten, es nicht zu übertreiben. Dinge wie Weltfrieden oder Ende einer Hungernot sind zuviel des Guten. Auch sollte man sich immer den Spruch im Gedächtnis behalten "So wie man in den Wald ruft, kommt es auch wieder heraus". Wendet man Sigillen immer nur dazu an, anderen zu schaden, so fällt er irgendwann auf einen selbst zurück. Man sollte also immer das Risiko im Hinterkopf behalten, wenn man überlegt, weshalb man eigentlich Magie anwedet.
Oh yeah, he is a virus, yo ho, king of disease. Oh yeah, he is a virus, yo ho, he makes you sneeze.