Hallo Feline, danke des Lobes und der konstruktiven Kritik, nein, so war das mit der Homosexualität nicht gemeint, es ging mehr darum, das dieses Thema mehr aus der medizinischen Sicht betrachtet wurde, als psychologische Entrückung wie es bei anderen Krankheitsparametern von Fetischsüchten beobachtet werden kann. Es spiegelt nicht explizit meine Meinung dar, jeder soll leben wie er will, aber laut Schulmedizin gilt dieser Fetisch, den man genauso analysieren könnte, wie die Tatsache, daß eigentlich alle Menschen bisexuell sind, der eine mehr, der andere nur latent aber nicht außlebend, ein vielfältiges Thema, aber die Tatsache bleibt vorhanden, daß nachwievor diese Lebensausrichtung in medizinischer Fachliteratur immer noch als Krankheit angesehn wird, unabhängig davon, dass jedes Leben lebenswert ist, in all seinen Schattierungen des Seins.
Zu Deiner Frage, ob ich sowas in der Form schon mal erlebt habe, ja das habe ich. Vor 16 Wochen ca. habe ich auf einer Chatline in einem dunklen Forum einen 36jährigen kennengelernt, der davon überzeugt war, der Lycantropie verfallen zu sein. Was auffiel, eigentlich meistens, daß Besagter gerade geschäftlich gescheitert war, also seine herrschaftliche Position eingebüßt hatte, was nachhaltig psychologische Probleme für den Einzelnen aufwirft, vom Macher zum Lakeien zu schrumpfen, vom Herrn zum Diener. Aus psychologischer Sicht würde ich sagen, sein Problem war der Machtverlust als solches (Firmenpleite) und er suchte einen anderen Weg dieses wiederzuerlangen, bzw. hier durch mythologische Archetypen , in Form des Astral - Shifts, aber letztendlich die typische Form der Contheriantropie aufwies. Er war sehr verstört, als ich Ihn kennenlernte, kam gerade aus dem schwarzen Lager, irgendeiner Loge mit satanischer Ausrichtung und fasste Vertrauen als er merkte, daß ich mich mit solchen Themen beschäftigte. Anfangs ging es zwar nur um Invokationsfragen in beidseitigen Gesprächen, aber schnell kam doch zutage, daß er wissen wollte, ob es irgendein Ritual gäbe, diesen metarmorphosischen Prozess beschleiunigen zu können.
Er schickte mir Blut von sich und Haare, des Wunsches erfüllt, ich könne für Ihn ein Ritual in Angriff nehmen, daß Ihn diesbezüglich helfen würde.
Ich machte Ihm den Vorschlag, erstmal vom Dienen in seiner satanischen Gruppe wegzukommen und das Tier als solches mit natürlichem Herschaftsanspruch in sich wahrzunehmen, daß er dankend annahm. So ca. 12 Wochen begleitete ich Ihn bei diesem Prozess und bat Ihn mir täglich Bericht über Erfolg und Misserfolg zu geben. Wir hatten im Vorfeld ein gemeinsames Ritual über Astralreisen hinter uns gebracht, daß von meiner Seite als reines Placebo - Ritual durchgeführt wurde., um analysieren zu können, inwieweit dieses Wirkung zeigen würde.
Schon nach dem ersten Abend berichtete er von Ziehen in beiden Kiefern, von sich änderndem Körpergeruch, das Wahrnehmungsgefühl sich verbessert hätte, genau wie der natürliche Triebinstinkt. Aus seiner Biografie war zu Tage getreten, das er wohl früher einmal den Beruf des Metztgers gewählt hatte, um dem Lebensaft Blut und Fleisch immer nah zu sein, schreckte auch vor Selbstritzen nicht, hatte aber Angst den letzten konsequenten Schritt dieser Metarmorphose zu gehen, sich der daraus auffälligen Art in einer Großstadt zu leben bewußt. Seine Phantasie steigerte sich von Tag zu Tag und wurde immer gewaltbereiter und unmenschlicher, sie pervertierte sich vom Wunsch, Menschen zu zerreissen bis in die abstrusesten sexuellen Abgründe unmenschlichen Seins. Er schilderte mir solche bis dahin nie bekannten abscheulichen Szenen und Situationen, die er mit mir erleben wollte, als gewissenlos, agierende, reissende Bestien, daß ich sie hier aus jugendrechtlichen Gründen nicht ausführen darf, aber soviel sei gesagt, ich habe nie zuvor solch monströses Verhalten beobachtet.
Nachdem es sich wie gesagt um einen reinen Placeboakt meinerseits handelte, war ich mir der sozialen Verantwortung dieses Menschen schnell bewußt, ich musste darauf acht geben, nicht ein entfesseltes, durch mich bestätigtes Monstrum ungezügelt auf die Menschheit loszulassen, deswegen band ich Ihn in andere Rituale mit ein, um seinem agressivem Verhalten eine überlebensnotwendige Zurückhaltung solchen Tuns entgegenzuhalten, bzw. Ihn einigermassen auf gesetzeskonformen Kurs zu halten, was mir auch Anfangs gelang.
Von Mail zu Mail, von Tag zu Tag wurden seine geistigen Auswüchse, des Tötens und Fressenswollens stärker und ungezügelter, genauso wie er täglich von Neuem über körperliche und geistige Veränderungen berichtete. Irgendwann kam der Zeitpunkt, an dem ich mich fragte, ob ich Seiner Zeilen folgend, solche Texte überhaupt noch vertreten konnte, trotz Wissensdurst und Forscherdrang, weil die Qualität seiner ausgesprochenen Gedanken, die gesetzeskonforme Linie überschreiteten und mir klar wurde, das sich irgendwann der Admi dieses Forums zu Wort melden würde, solch kranken Texten folgend.
Letzendlich beendeten wir den Kontakt, der Gewissheit, dass jeder Wolf sein Eigenrevier hat, wir also nur ein Stück des Weges gemeinsam gehen würden, ich beschwor Ihn aber eindringlichst, sich in der Stadt nicht auffällig zu verhalten, seinen Drang lieber in menschenleerer Flur auszuleben, abbringen konnte ich Ihn nicht von seinen Leidenschaften.
Ich bin schon sehr lange auf diesen Wegen unterwegs, habe viele Formen von illusorischer Bessenheit, wirklicher und unwirklicher Formwandlung sowie andere Formen und Verhaltensweisen menschlicher Abstrusitäten kennengelernt, die nur zu oft mit mystifizierten Archetypen verwechselt werden, muss aber trotzdem bekennen, daß es Menschen gibt, die in Ihrer wilden Natur lycantropischen Verhaltensmustern bedenklich nahekommen.
Gruss
