Erklärung Lykanthropie

Alles rund um Vampirismus und Lycanthropie

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Erklärung Lykanthropie

Beitragvon Syntax Error » 25. Aug 2011 17:43

LEGENDE:
Der Werwolf (Lykanthrop) soll sich nachts - bei Vollmond - von einem Menschen in ein wildes Tier verwandeln. In diesem Zustand zerfleischen sie Vieh und Menschen. Mit ihrem Biss infizieren sie andere Menschen. Bei Mondfinsternis sterben alle Werwölfe, die sie sehen. "Wer" = altgermanisch "Mann", d.h. ein Werwolf ist ein Mann-Wolf. Und bekanntlich "heulen die Wölfe den Mond an", d.h. sie singen innerhalb des Rudels über ihr Wolf-Sein.
Warum Tier-Menschen?

Bei den alten Griechen hießen Lykanthropen auch einfach "Wolfsmenschen", vermutlich gemeint waren primitive barbarische Menschen und Clans, die in der Wildnis lebten.
Es könnte sich auch um einen Männer- und Kriegerkult gehandelt haben, die sich auf eine Mutprobe oder Kampf vorbereitet haben.
Bei den Skythen hüllten sich nach griechischer Überlieferung die Männer in einem jährlichen Ritual in Wolfshäute, um sich geistig mit dem wolfsgestaltigen Gott zu vereinen.
Bei den südamerikanischen Indianern hüllte sich der Priester in Leopardenfell, aus denselben Gründen. Sich in die betreffende Häute und Pelze zu hüllen half, sich in der Vorstellung bei einem Ritual ganz in das betreffende Wesen einzufüllen bzw. mit der betreffenden Gottheit oder dem Totem eins zu werden. Sozusagen "mit dessen Innerem eins zu werden". Dadurch übertrug das Wesen oder die Gottheit demjenigen seine besonderen Fähigkeiten und Gaben.

So versuchen auch Schamanen, die diversen Totemtiere in sich selbst zu erwecken, aus dem seelischen Kollektiv allen Lebens, um dann innerlich mit dem jeweiligen Totemgeist eins zu werden, der sie bereits vorher innerlich, durch Träume und Zeichen gerufen und darauf vorbereitet hat. In einem Ritual vereinigen sie sich mit dem gerufenen Totem.

In Griechenland jedenfalls, auf dem Wolfsberg (Lykaion) wurden bis bis 400 v. Chr. dem Lycaios Zeus (Zeus in Wolfsgestalt) archaische Menschenopfer dargeboten. Lykaios, der König der Arkadier, soll von Zeus zur Strafe für seine Grausamkeit in einen rastlosen Wolf verwandelt worden sein. Auch in der Nordischen Überlieferung wurden Berserker und friedlos Geächtete zum Werwolf (Nachtwolf) verflucht, Männer und Frauen; mitunter wurden solche auch zu Bären. Selbst im Gilgamesch-Epos wird der Held aus Strafe für eine Verfehlung jahrelang zu einem Tier verflucht, d.h. er benimmt sich aus Schuldgefühl heraus wie ein Wahnsinniger, wie ein wildes unkultiviertes und sprachloses Tier.

Als die Erinnerungen an die alten heidnischen Riten in der christlichen Zeit zu Legenden verblassten, wurden auch Tollwutkranke für von Werwölfen gebissen gehalten. Denn sie hatten unheimlich Durst, scheuten gleichzeitig das Wasser und versuchten, andere zu beißen.

Im späten Mittelalter und danach in der beginnenden Neuzeit schrieb man alles was man nur an Bösem vorstellen konnte den Werwölfen zu, verteufelte das Geschöpf Wolf und ermordete es, wo man ihn fand, und folterte bald danach auch vermeintliche Hexen zu gestehen, dass sie sich in Tiere verwandelt haben, um ihre Untaten zu begehen.

Zu einer weltweit suspekten Gruppe in den Kulturen gehörten die sogenannten "Wolfsmenschen", das sind Menschen, die ein genetisches Haarproblem haben, d.h. sie sind teilweise behaart oder am ganzen Körper von Geburt an behaart - auch im Gesicht. (Wenn sie Glück haben, verlieren sie noch als Baby nach wenigen Wochen die überschüssigen Haare, z.B. am Rücken, Oberarmen und Beinen. Andernfalls laufen sie ihr Leben lang als Haarknäul durch die Gegend, wenn sie sich nicht mit Rasur und Chemie dagegen vorgehen.)

In der isländischen Egils-Saga wird vom Großvater Egils berichtet, dass er ein Werwolf sei und den Namen „Kveldulf“ (Abendwolf) erhalten habe.

„En dag hvern, er að kveldi leið, þá gerðist hann styggur, svo að fáir menn máttu orðum við hann koma; var hann kveldsvæfur. Það var mál manna, að hann væri mjög hamrammur; hann var kallaður Kveld-Úlfur.“

„Aber jedes Mal, wenn es zum Abend ging, wurde er so unwirsch, dass nur wenige Leute mit ihm ins Gespräch kamen. Beim Dunkelwerden pflegte er schläfrig zu werden. Man erzählt sich, dass er des Nachts häufig in verwandelter Gestalt umging. Die Leute nannten ihn Abend-Wolf.“

– Egils saga, Kap 1, übersetzt von Felix Niedner


MENSCHLICHE WÖLFE IN DER MODERNEN ZEIT:
Die Lykanthropie - die Vorstellung, sich immer wieder zwangsweise in einen Werwolf zu verwandeln - gilt heute in unserer Zeit als "Geisteskrankheit", man sperrt die Patienten einfach weg und ignoriert ihre "Wahnvorstellungen". (Die Patienten allerdings glauben tatsächlich, dass sie sich verwandeln, auch wenn das Personal nichts feststellt.)

Im November 1944 Reichsführer SS Heinrich Himmler die Organisation Werwolf als eine Art Partisanentruppe, die hinter den Feindlichen Linien operiere, Sabotagen begehen und Verräter töten sollte. Symbol der Werwölfe war die "Wolfsspange" - eine Rune, die an ein halbes Hakenkreuz erinnert. Sie wurden aus Männer, Frauen, Hitlerjungen und BDM-Mädchen rekrutiert und in SS-Werwolfschulen ausgebildet. Als Vorbild diente der Roman von Hermann Löns "Der Wehrwolf" (1910) und den Guerillakampf niedersächsischer Bauern gegen Söldnertruppen im Dreißigjährigen Krieg. Die Prozesse in der Nachkriegszeit gegen Organisationsangehörige verliefen mehr oder weniger im Sand.

PS: "Adolf" = als Name von "Adel" + "Wolf" stammend.
PSS: "Wölflinge" = junge Pfadfinder und Pfadfinderinnen
PSSS: Der Wolf und die 7 Geißlein, Rotkäppchen, Hunger wie ein Wolf haben...
PSSSS: Wolfsjagden in den USA und vor allem Kanada wollen nicht nur die Bestände verringern, sondern das überaus intelligente Tier geradezu ausrotten.
Es ist schon skurril und gemein, was man alles mit und wegen des Wolfes Namen anstellt! Der Wolf gehört zu einer aussterbenden Art.

Neuerdings gibt es fallweise wieder die romantisierende Vorstellung von einem Waldmenschen-Werwolf mit großer Naturverbundenheit, Natursensibilität, der nur frei von allen gesellschaftlichen Zwängen sein möchte. Gehört ebenso zur aussterbenden Art.
Für mich gehören die heutigen neoliberalen Wirtschaftmethoden und der propagierte grenzenlose Egoismus zu den Methoden heutiger grausamer menschlicher Wölfe, die Menschen und ganze Länder zerreißen.

OFFENE FRAGEN:
Ob es sich nur um eine suggestive Vorstellung handelt, dass man sich geistig in ein gewisses Tier verwandelt, ob man in dieser Phase die Kontrolle verliert oder behält?

Oder befindet sich Betreffende tatsächlich geistig in einer anderen Realität, hier in einem Menschenkörper und zugleich dort in der anderen Realität in einem tierischen Körper? Oder zumindest in dem Bewusstseinszustand eines Tieres? Wobei sich beide Realitäten vermischen, wie in einem Drogenrausch?

Oder projiziert der Betreffende sein menschliches Bewusstsein in den Körper eines Tieres, um sich dort als Tier und Triebwesen auszuleben? Oder um das Tier woanders hinzuschicken, z.B. einen Vogel an einen Ort weit weg, um ihn auszukundschaften?

Es soll auch Menschen geben, die sich nicht nur geistig in ein Tier verwandeln können (oder vom Tier Besitz ergreifen können), um geistig womöglich als Tiger auf der Astralebene gegen Feinde zu wüten. Die also ihren psychischen Körper zu einer Tiergestalt umformen können, indem sie das Wesen des Tieres annehmen. Nein, es soll Menschen geben, die diese Gestalt materialisieren können, d.h. ihren eigenen Körper (der bekanntlich als Materie auch nur Energie ist) transformieren können. Aber vermutlich sind die sehr, sehr selten.
Ist das vorstellbar?

Und ist es nicht schlimm, wenn man alle Menschen, die anders sind, und die man nicht versteht, nicht verstehen will, nicht verstehen kann, einfach wegsperrt und entmündigt, als wären es Tiere?

SHIFTER
Moderne Lykantrophen, d.h. Menschen, die sich mit diesem Mythos identifizieren und sich evt. als Nicht-menschliche Seele in einem Körper verstehen (siehe Otherkin), bilden eine Untergrundszene für sich. Ähnlich der sog. Real Vampyre Szene, jedoch bei weiten nicht so bekannt. Dies liegt womöglich daran dass bei den Lykantrophen die "massenwirksame" sexuell-erotische Komponente und blasige Adelsromantik nicht vorhanden sind.

Die Fähigkeit die Gestalt zu verwandeln wird - wie meistens aus den englischsprachigen Raum beeinflusst - als "shiften" bezeichnet. Lykantrophen bilden somit den Hauptbestandteil der sog. "Shifter". In fast allen Fällen ist hierbei der astrale Körper gemeint. Da der astrale Körper per se immer formbar ist, macht dies alleine noch keinen Lyantrophen aus. Der astrale Körper eines Lykantrophen ist somit nicht frei änderbar, sondern quasi immer ein Wolf. Wie in allen Dingen: Je mehr glauben und Energie man in etwas hineinsteckt, umso mehr manifestiert es sich. Es ist innerhalb dieser Untergrundszene ganz und gar nicht unüblich, dass der wölfische Astralkörper den physischen Körper überlagert. Anders ausgedrückt: Es kann so stark sein, dass empfängliche Menschen (Kinder, Betrunkene, Wahnsinnige, Medien etc.) tatsächlich eine Mischung aus Wolf und Mensch sehen, und dieser Eindruck wesentlich realer erscheint als das reale Abbild. In Reinform dürfte dies allerdings seltener vorkommen.

Zu dem Standard-Reportoire solcher Shifter hingegen gehören das Wechseln der Augenfarbe und Spielereien mit den Größenwahrnehmungen.

Lykantrophen dieser Art erkennen sich zielsicher untereinander.
Gehirn: ein Organ, mit dem wir denken, dass wir denken.

~Ambrose Bierce, US-Schriftsteller
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Re: Erklärung Lykanthropie

Beitragvon Ich » 25. Aug 2011 18:02

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Re: Erklärung Lykanthropie

Beitragvon Eno » 25. Aug 2011 18:14

Syntax Error hat geschrieben:Es soll auch Menschen geben, die sich nicht nur geistig in ein Tier verwandeln können (oder vom Tier Besitz ergreifen können), um geistig womöglich als Tiger auf der Astralebene gegen Feinde zu wüten. Die also ihren psychischen Körper zu einer Tiergestalt umformen können, indem sie das Wesen des Tieres annehmen. Nein, es soll Menschen geben, die diese Gestalt materialisieren können, d.h. ihren eigenen Körper (der bekanntlich als Materie auch nur Energie ist) transformieren können. Aber vermutlich sind die sehr, sehr selten.
Ist das vorstellbar?

Für mich wäre es vorstellbar, einer Person/mehreren Personen zu suggerieren, dass ihr/ihnen ein Tiger gegenüber steht und dieser/diesen das subjektive Gefühl zu vermitteln, dass sie den Tiger auch anfassen könnten. Ich habe Vergleichbares in der Trickzauberei in Anwendung gesehen.

Ich halte es aber für ausgeschlossen den Tiger physisch zu manifestieren, d.h. so erscheinen zu lassen, dass ein nicht mental beeinflußbares System, zum Beispiel ein Computer mit angeschlossener Waage und Kamera, den Tiger registriert .

Liebe Grüße
Eno
V.I.T.R.I.O.L.
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Re: Erklärung Lykanthropie

Beitragvon Zerberus » 1. Sep 2011 20:46

(der bekanntlich als Materie auch nur Energie ist) transformieren können. Aber vermutlich sind die sehr, sehr selten.
Ist das vorstellbar?



für mich ist das nicht vorstellbar. die definition der materie als energie stammt so weit ich weiss von einstein ...........aber denk dran , die griechen dachten auch das unsere kleinsten moleküle nicht zu spalten sind .

einen komplexen organismus in einen anderen komplexen organismus zu "transformieren " und die geistige leistungsfähigkeit beizubehalten ist allein wegen der hirnkapazität eines wolfs unmöglich . wie viel "energie " man dafür dann schlussendlich bräuchte , bleibt in den raum gestellt . teslar spulen können auch energie für unser auge unsichtbar versenden , doch gehört dazu eine einspeisung die um ein vielfaches höher ist .

für mich ist es also wenn wir von den sonstigen physischen grenzen absehen schon allein vom energiebedarf her unmöglich .



im volksglauben gab es eine menge "werwesen" und ich denke die psyschiche erklärung ist hier weitaus ernster zu nehmen . die zusammenhänge im hirn kann auch heute noch niemand mit bestimmter sicherheit erklären , genauso warum der mensch einen großteil seiner "rechenleistung " nicht abruft . wir sind im endeffekt tiere , haben als solche auch eine instinktive , animalische seite . wer diese seite aktivieren kann , ohne sich auf die regeln seines verstandes zu berufen (scham , moral etc. ) der ist für mich zum eigentlichten "werwesen " geworden . früher nannte man es naturverbunden .... heutzutage geistig gestört ...... ich selbst enthalte mich hier , aber ich halte es für unklug seine moralischen grundfesten abzulegen und wie ein tier zu denken .


was im endeffekt im laufe der geschichte dabei herumgekommen ist , wenn menschen zu "animalisch " wurden , kann man schön am fall des werwolfs von köln ergründen .


viele menschen die hier herkommen sprechen darüber das sie gerne psyschich an tiere gebunden sein möchten um die natur besser zu verstehen . denkt einmal darüber nach das wir menschen auch natur sind . ein tier wie jedes andere . das natürliche verhalten des menschen ist es seine eigene herkunft zu ergründen und seinen verstand zu nutzen . setzt euren verstand menschlich ein , anstatt dem traum nachzujagen man könnte sich in einen wolf "transformieren "


gruß der überaus menschliche zerberus
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Re: Erklärung Lykanthropie

Beitragvon Eno » 1. Sep 2011 21:20

Eine körperliche Verwandlung in ein Tier halte ich auch für eher unwahrscheinlich.

Was aber meiner Ansicht nach möglich ist, ist eine Tiertrance, d.h. ein tierischer Geist im menschlichen Körper
oder auch das umgekehrte, ein menschlicher Geist nutzt einen Tierkörper.

Gruß
Eno
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