von Zerberus » 28. Okt 2010 22:22
König Beowulf
Grindel , das Moorungeheuer
Im Dänenland herrschte einst über das Volk der Schildinge König Rodger . Waffenruhm und Heerglcük war ihm vom Allvater verliehen , und er gebot zu Wasserund zu Lande über Krieg und Frieden. Am Abend seines Lebens ließ der könig nahe bei seiner burg , zwischen heide und moor , auf hohem hügel eine hochragende halle bauen . hirsch wurde die volksstatt genannt, weil sich ihre giebel stolz den lüften und winden darboten .
viele male wechselten winter und sommer . zu füßen von könig rodgers hochsitz hörten die helden , wie bei harfenklang die sänger der vorfahren taten rühmten . weithin in den landen sprach man von könig rodgers halle , da eintracht und frieden herrschte und oftmals die becher erklangen . doch eines tages war trauer in die königshalle eingekehrt . der beherrscher der schildlinge wusste nicht , wie er dem schicksahl wehren sollte .
nicht weit von der halle hauste ein ungeheuer mit namen grindel . einst war grindel wegen seiner vielen greuel von allvater in die tiefe der moore verbannt worden . seitdem lebte der unhold in grimmigem zorn dahin , ein feind der menschen und der hellen sonne . immer wieder mußte grindel das frohe treiben in könig rodgers halle hören , da erfaßte ihn die wilde wut . durch nacht und nebel schlich er in die halle , wo die recken schliefen . gierig raubte er dreißig mannen und stapfte mit ihnen davon ins düstere moor .
mit entsetzen entdeckten die geerdänen in der morgendämmerung die blutigen spuren der grausigen tat ! tagsüber berieten sie , wie sie sich zur wehr setzen könnten . doch kaum war es wieder nach geworden , da suchte grindel die hohe halle wiederum heim . mochten sich auch rodgers recken grimmig wehren , der gefräßige grindel entkam ungefährdet mit seiner beute . nacht für nacht wütete er in der königshalle , und niemand konnte dem unhold wiederstehen . da verließen die helden die halle und nahmen wohnung in ihren burgen und höfen , weit entfernt vom moor .
trauer kehrte ein in die königsburg. zwölf jahre lang , in den mitternächten , entstieg grindel meuchelnd und mordend dem nebelmoor , und könig rodger fand nur in seiner burg zuflucht . durch kein lösegeld ließ sich der würger zum frieden bewegen . vergeblich hatte der könig bei seinen freunden um rat gesucht und die himmlischen um hilfe angefleht .
im lande der goten , am bofe des königs hygelak , hatten sie auch vom unheil in rodgers hallen erfahren .einer der stärksten recken des königs war beowulf , des königs schwestersohn , ein fremder in diesem lande . er entschloss sich , seine kraft an grindel dem moorungeheuer zu versuchen . von fünfzehn mutigen recken begleitet , machte er sich auf zur tollkühnen tat . auf einem schnellen segler seines oheims eilte er der küste jütlands entgegen . als die helden könig rodgers küste nahe gekommen waren , machten sie ihr treues schiff fest , rüsteten sich und wateten auf den strand . da ritt ihnen ein reiter entgegen , einer der vielen , die am langgestreckten gestade zur wacht bestellt waren .
"wer seid ihr ?" rief er dem fremden zu . "kein mann darf in wehr und waffen könig rodgers reich betreten ! kommt ihr als freund oder feind ?" "Sei ohne sorge", rief beowulf zurück , " wir sind gekommen , deinem herrn gegen den unhold grindel beizustehen ."
da rief der reiter seine schwertgenossen . sie zogen den segler auf den strand und machten ihn fest . dann führte der wächter die gäste hinauf zur burg . freundlich wurden sie von den mannen des königs empfangen , lehnten speere und schilde gegen die wand und setzten sich an den tisch . ein fürst der vandalen , namens Wulfgar , fragte : "ich sehe goldene eberbilder auf eueren helmen und meine daher , ihr seid nicht flüchtige , die schutz an unserem hofe suchen . was führt euch hierher ? welche kunde kann ich könig rodger bringen ? "
hoch reckte sich beowulf auf . " wir kommen von hygelaks , des gotenkönigs , hof und wollen könig rodger aufsuchen . ich heiße beowulf ."
als wulfgar seinem könig die ankunft der gotenreckenen meldete , rief der könig der schildinge froh aus : "Ist´s Beowulf , den ich schon als kühnen knaben kannte ? er soll ein tapferer geerträger geworden sein , in seiner faust sitzt die kraft von dreißig männern . hat in die ewigwaltende gesandt , uns gegen grindels übermacht zu helfen ? er soll uns willkommen sein !"
Beowulf ließ helm und rüstung bei seinen goten und ging mit einigen von ihnen hinüber in die hierschhalle . er wurde von könig rodger freundlich empfangen und berichtete , was er von grindels grausamem wüten vernommen hatte . und der könig bestätigte , daß er und die seinen stets gegen abend die halle verließen . rodger wollte nicht erlauben , dass beowulf den kampf gegen den schattengänger , wie sie das moorungeheuer auch nannten , aufnehme .
"schon einmal ,oh könig ", widersprach der junge beowulf , "habe ich gegen meerungeheuer gekämpft . fünf solcher unholde brachte ich gefesselt ein , sie konnten den goten nichtmehr schaden . darumerlaube mir , dass ich jetzt den grindel bekämpfe . mit meinen mannen will ich zur nacht in der halle lagern , weder schwert noch schild sollen mir helfen gegen den moorfeind ! doch sollte auch ich dem grindel unterliegen , so bitte ich dich , schicke meinen brustpanzer an den könig hygelak , meinen oheim . ihm gehört diese brünne , die wieland der schmied selbst geschaffen hat ."
könig rodger dankte dem helden mit herzlichen worten . er erinnerte sich , daß er einstmals beowulfs vater zuflucht gewährt und ihn in sein land zurückgeführt hatte . "mich dünkt ", so sagte er , "allvater hat dich , den sohn des freundes , geschickt , damit du im kampf gegen grindel meine tat von einst vergeltest ." sie gingen in die halle , dort wurde den gotischen geerträgern eine bank eingeräumt , und sie ließen sich den willkommentrunk munden .
zu füßen von rodger saß hunferd , ein verwandter des königs , und er war neidisch , das beowulfs ruhm unter den helden mehr galt als der seine . "bist du nicht beowulf ", reizte er den gast , " der einst mit meinem freund berka im wettkampf schwamm ? zur winterszeit habt ihr euch sieben tage in den meerfluten gemüht , aber berka hat vor dir den strand erreicht . schlechten ausgang erwarte ich für dich , wenn du den grindel bestehen willst ."
ruhig erwiderte beowulf : "freund hunferd , du scheinst vom bier trunken zu sein, da du berka rühmst! ich hatte schwerer zu kämpfen als er . fünf tage und nächte schwammen wir zusammen , da trennten uns die fluten . von norden her setzte der sturm die wellen in aufruhr , und waltiere suchten mich auf den grund zu ziehen . doch ich wehrte mich mit dem schwerte , und am morgen lagen ihrer viele leblos auf der see. nie hab ich gehört , daß andere männer nachts im strom des meeres härter zu kämpfen hatten . bis finnland führten mich damals die wogenden wasser . sag , könntest du von berka oder von dir ähnliches melden ? mich dünkt , nie hätte grindel so viel grausiges hier verübt , wärest du mit dem schwert so grimmig wie mit dem wort ! keinen der schildinge fürchtet der grindel , doch soll ihn ein gote überwinden !nun, wenn morgen wieder das licht über die erdvölker scheint , vielleicht hat allvater mit glück beschert."
beowulfs worte machten den dänenkönig und die seinen froh. lachen und becherklang war noch lange zu hören , und könig rodgers gemahlin ging umher und füllte , wie es brauch war , die becher mit met . sie freute sich über beowulfs versprechen , der sagte :" ich habe gelobt , entweder in grindels armen zu bleiben oder morgen froh der sonne entgegenzusehen ."
unterdessen verschwand das tageslicht , und die nebel der nacht sanken hernieder . die dänen erhoben sich , um ihr lager in der burg aufzusuchen . könig rodger sprach zu beowulf :"noch niemals habe ich der dänen saal einem fremden anvertraut . sei dieser ehre eingedenk . vermagst du grindel zu bestehen , so soll die kein wunsch versagt bleiben ."
der könig ging , und schon wandelten die schatten der nacht unter den wolken daher . beowulf legte die eiserne brünne ab und den helm , beides gab er mit dem schwert einem goten . dann sagte er :"ich halte mich nicht für geringer als grindel , darum will ich ihn nicht mit dem schwert erschlagen. auch er hat keine waffen . mag der allvater in dieser nacht entscheiden , so wie es ihn gerecht dünkt . "
beowulf legte sich nieder , um ihn lagerten die schwertgenossen und waren bald eingeschlafen . der held aber wachte , den schattengänger zu erwarten - und damit den kampf um leben und tod .
vom moor her wallten die tückischen nebelschleier der nacht , geduckt in deren dunkle hülle schlich grindel heran . bald hatte er hingefunden zum saal hirsch , den er nicht zum ersten mal heimsuchte . hastig kroch er über die steinernen stufen , und ungestüm erbrach er sogleich die tür . böse funkelten seine augen , als er in der halle die schlafenden männer sah .alle wollte sie der gierige vertilgen , doch wurd , die schicksalsgöttin , ließ es nicht zu . einen der schäfer packte er mit hornharten klauen . rasch zerriss er ihn in zwei stücke und verschlang ihn mit händen und füßen.gierig streckte er seine klauenhand nach dem nächsten recken aus - nach beowulf.
Blitzschnell fasste der Held die faust des ungeheuers und drückte sie mit aller gewalt so fest zusammen , dass grindel von heftiger angst ergriffen ward und zu fliehen versuchte.
ein wütender kampf entspann sich , so das die halle erbebte und bänke umfielen , doch eisenklammern hielten den bau zusammen . schrecken ergriff die dänen , die von ferne , vom burgwall her , das grausige gebrüll grindels vernahmen . inzwischen waren beowulfs schwertfreunde aufgesprungen und drangen auf das ungeheuer mit scharfen klingen ein . aber der grindel war gefeit wider alle waffen .
beowulf ließ das zerrende scheusal nicht los , fest hielt er grindels arm gepackt. furchtbare schreie , dumpfes gebrüll stieß der gepeinigte schattengänger aus , denn nun rissen die sehnenseiner achseln , das fleich löste sich , da hielt beowulf plötzlich des flüchtenden arm in händen . todwund taumelte grindel durch den nebel hinab zum moor .
im morgenlicht kamen die dänen von nah und fern , nicht genug konnten sie sich freuen über beowulfs heldentat. er hängte grindels arm sichtbar an das dach der halle . die männer folgten grindels blutiger fluchtspur und fanden das moor von blut grötet , fort wo der schattengänger in die tiefe gesunken war .
nung gingen die dänen zur hohen halle . sie rühmten beowulf als kühnsten helden , den es je zwischen den meeren gegeben hatte . bald kam auch könig rodger mit seiner gehmalin und großem gefolge . als er grindels arm sah , dankte er beowulf , der die dänen von dem gierigen ungeheuer errettet hatte . "ich will dich halten wie meinen eigenen sohn " , sagte er . "wünsche dir über was auch immer ich gewalt habe ."
Beowulf aber wehrte den dank ab , denn aus freiem willen habe er für das heil der dänen gekämpft . dann betrachteten sie grindels arm . und sie staunten über beowulfs kraft , denn des scheusals fingernägel waren wie aus eisen gemacht . die halle wurde auf das schönste hergerichtet , und mit einem prächtigen fest wurde beowulf geehrt . fürstliche geschenke empfing er , eines herrlicher als das andere , hoch schlugen die wogen der freude bei jung und alt . nach reichlichem mahle kreisten noch lange die becher , und lieder erklangen . dann mahnte könig rodger zur ruhe , und viele dänen ließen sich polster bringen , um im saale zu schlafen . brünne und helm legten sie ab , griffbereit lehnten ihre waffen nahe bei ihnen an den wänden .
Beowulfs Heldentat
Die Helden sanken alle in schlaf . da kroch es wieder durch nächtlicher nebel über stein und stufen heran . ein untier kam geschlichen über den wundenen schattengänger zu rechen .
es war grindels mutter . gierig , vor zorn bebend, betrat sie die halle . grün leuchtend ihre mörderaugen , aber da war sie schon entdeckt. schlaftrunken sprangen die recken auf , vom schrecken gepackt ; aber auch die moorwölfin fürchtete sich . rasch wandte sie sich zur flucht , doch einen der männer riss sie noch an sich . groß war rodgers kummer , als er die tat erfuhr . traurig blickte er beowulf an , der auch gekommen war ; denn er hatte nicht in der halle geschlafen .
der König klagte dem Goten sein leid und erzählte ihm , was das volk sagte von den beiden Schattengängern , von grindel und dessen mutter :"wolfsschluchten bewohnen sie , windige klippen und das moor , in dessen nachtdunkle klüfte die flut niederstürzt. ein hain wurzelt über dem moorgrind , und feuer hat man in der morastigen glut gesehen . schauerlich ist es dort , soarg , dass der gejagte hirsch eher vor hunden sein leben lässt , als dass er im moor sein heil sucht . der sturm tobt über dem sumpf , und in gewittern weinen die wolken , wenn sie darüber ziehen . nun ist hilfe allein wieder bei dir . doch niemand kennt genau die hausung des ungeheuers . willst du aber grindels mutter suchen und den kampf mit ihr wagen , so will ich dich abermals reich belohnen . das volk der schildinge wird dich rühmen . "
freudig antwortete beowulf : "kein klagen kann helfen , o könig. einmal stirbt jeder von uns ; da taugt es dem helden mehr , zuvor sein leben an kühne taten zu wagen . darum sei getrost , noch heute will ich grindels mutter aufstöbern . "
da wurde der greise könig wieder froh . die helden bestiegen die pferde und verfolgten die blutige spur der nächtlichen unholdin .
über steilhänge und klippen und enge pfade ritten sie , nur wenige vermochten noch beowulf zu folgen . da sah er plötzlich vor sich , am grauen gestein , von bäumen überhangen , ein blutiges , trübes wasser . an einem felsen sahen die das haupt des in der letzten nacht geraubten hängen . sie standen vor der behausung der unholdin. als sie niederknieten , sahen sie im wasser wimmelndes gewürm und seedrachen und seltsame nixen . sie bliesen das heerhorn , da wälzte sich das gewürm erbost und erbittert durcheinander . nur ein getier erlag beowulfs pfeil. mit sauspießen zogen es die männer ans ufer , wo sie es schauernd betrachteten . nun legte beowulf die brünne an und setzte den mit eberbildern gezierten helm auf . hunfert reichte ihm sein eigenes schwert , ein altes kleinod , giftgehärtet , gegen feuer gefeit . also machte hunferd wieder gut , dass er beowulf bei seiner ankunft geschmäht hatte . zum könig rodger sagte noch beowulf :"verlier ich mein leben im moor , dann nimm dich meiner gefährten an . und sende könig hygelak den schatz , den du mir geschenkt . doch hunferd soll das schwert erhalten das du mit gegeben ." dann stürzte sich der held in die fluten der moorigen brandung .
in demselben augenblich warf sich ihm grindels mutter entgegen. ihre klauen konnten beowulfs brünne nicht verletzen , da zog sie den helden hinab , und mit scharfen zähnen bissen sich seetiere in seinem harnisch fest .
plötzlich befand sich beowulf in der halle des moorweibes , in grünlich schimmerndem licht sah er die feindin deutlich vor sich . mutig drang er mit dem guten schwert auf sie ein , doch die blinkende waffe wollte nicht beissen . nun besann sich beowulf auf seine stärke , er packte grindels mutter unter den achseln und schleuderte sie im ringkampf so , dass sie zu boden stürzte .doch furchtbar währtesich die wütende feindin . glitschig und glatte , umschlang sie den helden , bachte ihn zu fall und kniete ihm auf der brust , um ihn mit ihrem kurzen schwert zu töten . beowulf aber war durch die brünne geschützt .
kaum war es ihm gelungen , aus ihren würgenden armen freizukomen , sprang er auf und ergriff ein schwert , das er zwischen den felsen entdeckt hatte . eine krone der waffen war es , das schwert des riesen , das kein sterblicher hätte schwingen können . mit beiden händen erhob es beowulf , mit der kraft der verzwiflung ließ er es auf die riesin niedersausen . do schwer traf er sie in den hals , das sie tot in den schlamm sank .
ein leuchten ging von dem riesenschwert aus , da sah beowulf auf einem ruhelager den todwunden grindel liegen . mit einem hieb trennte er dem schattengänger das haupt vom rumpf . doch von des erschlagenenen blut , so giftig war es , schmolz sogleich des schwertes klinge wie das eis vor der frühlingssonne .
oben am rande des moors , sahen beowulfs gefährten , wie sich das moorwasser blutig verfärbte . sie glaubten , die moorwölfin hätte den helden getötet, traurig saßen sie auf den klippen .
gleißende schätze gewahrte beowulf , doch nichts nahm er davon . nur mit dem kostbaren griff des geschmolzenen schwertes und mit grindels haupt schwamm er nach oben . mit jubel empfingen ihn die überraschten freunde , und sie lösten ihm geschwind helm und harnisch . stoltz führten sie ihn zum hirschsaal , indes vier männer an einer stange grindels haupt trugen .
bescheiden trat beowulf vor könig rodger und berichtete ihm von dem gewaltigen kampf unter dem moor. "hier riche ich dir , könig rodger , was ich ge wann in dem see . von nun an kannst du und dein volk in fireden schlafen ." mit diesen worten gab er dem herrn der halle den schwetgriff , das werk eines wunderschmiedes . der untergang der giganten war auf dem knauf abgebildet , und mit goldenen runen war er verziert .
dann sprach könig rodger , und die recken alle schwiegen . " immer habe ich recht und wahrheit geliebt . ich sage dir vior den dänen und gotenrecken , dass nunmehr dein ruhm über alle völker strahlt . ich wünsche dir , das dir weisheit , gut und herrschadt gewährt werden . bedenke stets , dass unverstand auch den mächtigsten recken ins unheil geführt hat .
meide den übermut , du bester der kämpfer , denn schnell kommt der tag, da der tod dich überwältigt . hundert halbjahre habe ich über die dänen geherrscht und habe sie beschirmt und habe mir keine wiedersacher geschaffen . nun ist auch grindel , der alte feind , mir nicht mehr zur last . dafür danke ich, dass ich dieses blutige haupt sehen durfte . hab dank , du held , und nun geh und genieße das mal mit lust . "
da begab sich beowulf zu den schwertgenossen , und sie erfreuten sich noch lange beim erfrischenden trunk an munteren gesprächen . als sich die nacht über die heide und moor senkte , hatte die freude ein ende , und die recken begaben sich zur ruhe .
in der frühe gingen die goten an den strand und rüsteten ihre segler zur heimfahrt . als sie zur reise bereit waren , suchte beowulf noch einmal könig rodger auf , um abschied zu nehmen . der held dankte für die hochherzige gastfreundschaft m und er gelobte , dem könig mit tausend goten zur hilfe zu eilen , wenn er von feinden bedroht werde .
bewegten herzens sagte der herrscher der schildinge : " Keinen besseren könig können sich die goten küren , wenn eimal deine stunde gekommen ist . du wirst hort und schild deines erbes sein , du , der du mir immer mehr ans herz gewachsen bist . mögest du darüber wachen , das fürderhin friedensei zwischen goten und dänen . hass und feindschaft sollen ruhen , und manches mal , wenn boote von land zu land fahren , soll einer von uns den anderen grüße lassen ." tränen rannen dem greisen könig über die wangen , er ging traurig davon .
nicht genug wussten die gotenhelden den könig rodger zu loben , als sie hin zum strand gingen . dann bestiegen sie den seerenner und segelten ins land der goten , zum hof des königs hygelak.
wind und wogen waren dem segler günstig , bald erreichten die die klippen des gotenlandes . der strandwächter half das schiff vor anker zu legen , dann hieß beowulf die recken die schätze des königs rodger an den hof seines oheim bringen .
in der festlich geschmückten halle wurde beowulfs heimkehr gefeiert . er berichtetet dem oheim von seinem kampf mit grindel und der moorwölfin und gab ihm was er von rodger empfangen hatte .
bislang hatte beowulf , der fremde als ein ungleicher zwischen den gotenrecken gesessen , nun ward er von könig hygelak in ehren erhöht . siebentausend morgen land erhielt er , dazu eine burg , und keiner stand fortan dem könig näher als beowulf .
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Zerberus am 29. Okt 2011 22:03, insgesamt 2-mal geändert.
"Der Ofen des Durstes ist es , der alle Schlacken in uns verbrennt "