Umbra:Da ich mich mit dem Thema Dämonologie so gut wie gar nicht auseinander gesetzt habe.
Hab‘ ich gleich, nach dem diese interessante Frage seitens
Ambra -
http://www.daemonenforum.de/post75989.html#p75989-
gestellt wurde, mehr Information über das Thema zusammengetragen.
Hierfür nahm ich das Internet aber auch ein paar Bücher über Dämonologie und Nekromantie zur Hilfe.
Die Frage wer „mächtiger“ ist -Dämon oder Mensch- verlangt nach einer Definition. Da hier hoffentlich jeder weiß was ein Mensch ist…

und was er kann, brauche ich keine Begriffserklärung dafür abgeben.
GeschichteDie Geschichte der Dämonologie ist so alt wie die Menschheit selbst.
Die ersten Erwähnungen von Dämonen und bösen Geister kommen in den ersten Zivilisationen wie Summer, Akad und dem alten Babylon vor.
Bereits in dieser Zeit waren die
Dämonen die Bringer des Übels, die alles Böse bewirkten. Ein Beispiel hierfür wären die babylonischen maskim, übersetzt „jene, die im Hinterhalt liegen“ – also jene, die bewirkten, dass jemand von einer Reise nicht zurückkehrte.
BegriffserklärungDer Begriff „Dämon“ stammt vom
griechischen Wort daimon ab, dem das Verb daiesthai für „teilen, zuteilen“ zugrunde liegt.
Ein Dämon ist demnach ein Teiler bzw. Zuteiler.
AntikeDie alten Griechen glaubten dass Dämonen und Götter (Theos), welche mit Dämonen zunächst identisch waren, Zuteiler von Ressourcen (wie Glück, Wissen, Geld, Macht) und Schicksal wären.
Da diese Ressourcen begrenzt waren und die Menschen sich nicht als Herren über ihr eigenes Schicksal verstünden, haben sie –natürlich- unsichtbare Kräfte für diese Aufgabe gewählt.
Ein Dämon – als Teiler – hat Verfügungsrecht über die Ressource die er teilt. D.h. es mangelt ihm nicht daran; denn schließlich sitzt er – menschlich
gesprochen – an der Quelle. Vielleicht kann er sogar überhaupt erst als Teiler verstanden werden, wenn er der geteilten Ressource nicht bedarf.
So ist der Dämon also ein Wesen, welches mächtiger ist als der Mensch, denn er ist nicht seinen Nöten und Beschränkungen unterworfen – ähnlich wie der
Totengeist den Tod nicht mehr zu fürchten hat und auch nicht durch seinen Körper beschränkt wird.
Fazit: Dämonen wurden in der griechischen Antike als abstrakte, formlose Wesen gesehen, die über bestimmte Eigenschaften verfügten und über das Schicksal der Menschheit entscheiden konnten.
RenaissanceGanz im Gegenteil die Magie der Renaissance. Diese versucht Dämonen zu personifizieren, sie greifbar zu machen.
Die Renaissance brachte dadurch eine Menge sogenannte Grimoarien zum Vorschein. Diese Bücher enthalten eine Liste von Dämonen, welche in hierarchischer Ordnung Ziffern, Planeten, Mondphasen, Buchstaben usw. zugeordnet werden.
Das Wort Grimoire stammt vom französischen grammaire („Grammatik“, also eine Art Strukturbeschreibung / Regelwerk)
Und um eine „Grammatik der Magie“ ging es den Gelehrten der Renaissance tatsächlich! Nämlich im Sinne der Reglifizierung dessen, was seitdem als „okkulte Wissenschaften“ bezeichnet wird.
Ein solches Grimoire, für welches die berühmtesten Beispiele Die Heilige Magie des Abramelin, Der Schlüssel Salomons, Der kleinere Schlüssel Salomons – Lemegeton oder Goetia oder Der Rote Drache sind, folgt nahezu immer demselben Aufbauschema.
Der Magier glaubt damit eine Waffe zu haben. Mit dem Wiederholen von heiligen Namen oder Namen Gottes (El, Elohim, JHVH usw.) Und von Drohungen versucht er den Dämon (der er im Grunde unterlegen ist) zu unterwerfen in der Hoffnung hilfreiche Informationen, Macht oder übermenschliche Fähigkeiten zu erwerben.
NeuzeitDie "moderne" Dämonologie vermischt diese beiden Ansichten ein wenig und integriert den noch zuvor unbekannten, formlosen Dämon in das Bekannte. Dämonen werden nicht mehr als eigenständige, unabhängige, unbekannte Wesen gesehen sondern als Bestandteilen der menschlichen Psyche (wie z.B. Triebe) welche außerordentliche Macht entwickeln können. Es wird geleugnet, dass es sich dabei um fremde und unbekannte Wesen handle.
An deren Stelle tritt die Beschreibung als personifizierte, sozial verfügte
und letztlich verwaltbare Untereinheiten des menschlichen Weltbildes.
Meiner Meinung nach ist die Praxis der Dämonenbeschwörung viel zu gefährlich für den Versuch sich selbst zu verarschen, daher werde ich wohl nie erfahren was Dämonen in Wirklichkeit sind!
Lg Umbra
Literatur:
Wikipedia (Dämon, Grimoire, Geist)
Unbekannt (anonym) - Zur Dämonologie
Dürr, Josef - Dämono Magie, Experimental Dämonologie
Necronomicon